Kapitalismus in Zahlen:Von Robotern bis Tulpenzwiebel

Lesezeit: 6 min

Kapitalismus in Zahlen: undefined

Prozent Wirtschaftswachstum allein durch Roboter. Das sollen die Apparate in Industrieländern einer Studie zufolge zwischen 1993 und 2007 zur Wirtschaftsleistung beigetragen haben. Inzwischen könnte das noch viel mehr sein, denn Roboter werden immer günstiger. Bisher nehmen sie Menschen vor allem körperlich schwere Routineaufgaben ab, besonders in Druckereien, im Bergbau und in der Landwirtschaft. Glaubt man den Verfechtern technologischer Entwicklungen, sind Roboter aber bald nicht mehr nur auf Fabrikhallen oder Äcker beschränkt. Auch wer im Büro immer wieder das Gleiche macht, könnte in der Zukunft von Software ersetzt werden. Denn die wird nun einmal nicht müde.

Kapitalismus in Zahlen: undefined

Webseiten und mehr findet die Suchmaschine Google zu den zwei deutschen Suchbegriffen "Kapitalismus Nachteile". In über hunderttausend Links werden die Makel des Kapitalismus erläutert, Stoff dafür gibt es genug: Finanzkrisen, Schuldenkrisen, manchen Kritikern reichen schon "die Märkte" an sich, um die Wirtschaftsform zu verteufeln. Akzeptiert man Google als Katalog des Weltwissens im 21. Jahrhundert, dann liegen die Kapitalismus-Befürworter sowieso klar vorne. Wer nach "Kapitalismus Vorteile" sucht, findet doppelt so viele Treffer wie bei den Nachteilen: mehr als 200 000 Webseiten.

Kapitalismus in Zahlen: undefined

Prozent aller Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand, also so gut wie alle. Der Mittelstand ist daher auch Arbeitgeber Nummer eins, mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen arbeiten bei Firmen mit höchstens 249 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro, das ist die EU-Definition eines mittelständischen Unternehmens. Vor allem im Baugewerbe und in der Gastronomie dominieren diese Betriebe, viele werden von Familien geführt. Mehr Umsatz machen aber trotzdem noch immer die Großen: Fast 70 Prozent aller Erlöse gehen auf deren Konto.

Kapitalismus in Zahlen: undefined

Euro verdiente im Jahr 1950 durchschnittlich, wer in Westdeutschland lebte - wohlgemerkt jährlich und nicht im Monat. Jedoch erholte sich die Bundesrepublik schneller als erwartet von den Kriegsjahren, und die Bevölkerung profitierte vom Wirtschaftswunder: Das verfügbare Einkommen eines Deutschen verdoppelte sich in den folgenden zehn Jahren beinahe; allein zwischen 1950 und 1991 hatte es sich dann mehr als verfünffacht - die Entwicklung der Preise bereits berücksichtigt. Auch in den Jahren nach der Wiedervereinigung nahm der Wohlstand im Land weiterhin zu, allerdings deutlich langsamer als zuvor.

Kapitalismus in Zahlen: undefined

Gulden sollen Spekulanten im Jahr 1637 für eine Tulpenzwiebel der Sorte Semper Augustus gezahlt haben; genauso viel kostete damals auch ein nobles Haus in Amsterdam. Bei Auktionen haben sich gut betuchte Niederländer innerhalb weniger Monate auf immer absurdere Preise hochgetrieben, die rational nicht mehr zu erklären waren - egal, wie bezaubernd und selten die spätere Blüte war. Kein Wunder, dass bald der Absturz kam, innerhalb von ein paar Tagen sanken die Preise enorm und die Spekulationsblase platzte. Die Händler besaßen nur mehr ein paar wertlose Zwiebeln. Das Rettungspaket des 17. Jahrhunderts sah so aus: Alle Geschäfte galten als annulliert, dafür mussten Strafen gezahlt werden. Unter dem Begriff Tulpenmanie gingen die wenigen Monate als eine der ersten dokumentierten Spekulationsblasen in die Geschichte ein. Ihr sollten noch viele andere folgen, mal ging es um Eisenbahnen in den Vereinigten Staaten, mal um Handelsgesellschaften in Übersee oder um Aktien von Internet-Unternehmen. Geplatzt sind sie früher oder später alle.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB