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Kaiserslauterns OB:"Das Werk Kaiserslautern bleibt"

sueddeutsche.de: Sie könnten sich zumindest mit den Folgen für Ihre Stadt auseinandersetzen und Maßnahmen in die Wege leiten für die betroffenen "Opelaner".

Weichel: Die Stadt Kaiserslautern hat 640 Millionen Euro Schulden, da bleibt kein großer Spielraum. Natürlich können wir mit der Landesregierung versuchen, Menschen, die arbeitslos werden, mit Auffanggesellschaften zu helfen. Mehr geht nicht. Doch damit will ich mich nicht beschäftigen. Das Werk Kaiserslautern bleibt.

sueddeutsche.de: Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sieht das anders. Er sagt, Kaiserslautern sei "akut gefährdet". Welche Folgen hätte ein Aus des Werks für die Stadt und die Region?

Weichel: Das würde die gesamte strukturschwache Region treffen, denn die Belegschaft der Fabrik kommt ja nicht nur aus Kaiserslautern. Schlimmer als der Verlust von Kaufkraft und die geringeren Steuereinnahmen wäre jedoch die Mutlosigkeit, die sich breitmachen würde. Die Region steckt mitten in einem Strukturwandel. Wir haben es geschafft, durch Ansiedlungen im IT-, Medien- und Dienstleistungsbereich 8000 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Ich habe große Angst, dass diese Aufbruchsstimmung gefährdet wird.

sueddeutsche.de: Was erwarten Sie jetzt von Berlin?

Weichel: Die Bundesregierung muss sich klar für den Erhalt aller Opel-Standorte aussprechen und sofort anfangen, mit General Motors zu verhandeln.

sueddeutsche.de: Fahren Sie selbst eigentlich auch einen Opel?

Weichel: Die Verwaltung fährt fast vollständig Opel und meine Familie auch. Ich selbst habe ein anderes Auto.

sueddeutsche.de: Wenn in Ihrem Rathaus wieder neue Dienstwagen angeschafft werden müssen - werden es wieder Opel sein?

Weichel: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Im Moment habe ich Wichtigeres zu tun.

© sueddeutsche.de/mel/cmat
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