Kai Diekmann Ex-"Bild"-Chef Diekmann berät Uber

Kai Diekmann, hier im vergangenen September in Berlin, ist seit Ende Januar nicht mehr bei der Bild.

(Foto: dpa)

Der ehemalige Chefredakteur des Boulevardblatts wird Mitglied eines Berater-Kreises für den Fahrdienst aus Amerika. Er soll offenbar helfen, Europa zu verstehen.

Kai Diekmann hat offenbar einen neuen Job, zumindest in Teilzeit: Der ehemalige Chefredakteur der Bild-Zeitung wird Berater beim amerikanischen Taxi-Dienstleister Uber, berichten die Webseite t3n und Spiegel Online übereinstimmend. Uber habe die Personalie auf Nachfrage bestätigt, meldete t3n.

Als Mitglied im "Public Policy Advisory Board" soll Diekmann demnach Sparringspartner und Ratgeber in politischen Fragen sein. Uber halte das Gremium nicht für eine Lobbyvertretung, sondern für einen "internen Feedbackkanal". Die Runde trifft sich dem Bericht zufolge einmal im Jahr am Uber-Sitz in San Francisco. Bisherige Mitglieder sind unter anderem die ehemalige EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes und Ray LaHood, US-Verkehrsminister unter Barack Obama.

Diekmann hatte Ende Januar den Axel-Springer-Verlag verlassen. Zuvor war der heute 52-jährige Journalist 15 Jahre lang Chefredakteur der Bild. Während dieser Zeit verbrachte Diekmann auch einige Monate im Silicon Valley. Im vergangenen Jahr interviewte er zudem Uber-Gründer Travis Kalanick und Daimler-Chef Dieter Zetsche auf einer Digitalkonferenz in Berlin.

Dass der Posten bei Uber nun Diekmanns neue Hauptbeschäftigung sein wird, ist allerdings unwahrscheinlich. Allerdings kann der Fahrdienst Hilfe gut gebrauchen. Zuletzt war das Start-up wegen Sexismus-Vorwürfen in die Kritik geraten. Zudem hat das Unternehmen mit seinem aggressiven Geschäftsgebaren in vielen Ländern inzwischen massive juristische Probleme. So ist beispielsweise in Deutschland ein wichtiger Teil des Uber-Angebots seit 2015 verboten: der Dienst Uber Pop, bei dem Kunden an private Fahrer mit ihren eigenen Autos vermittelt werden. Das Chauffeur-Angebot Uber X, bei dem geprüfte Fahrer mit Personenbeförderungsschein die Nutzer befördern, gibt es zudem nur in Berlin und München.

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