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Hersteller:Juul stoppt Verkauf von aromatisierten E-Zigaretten in den USA

E-Zigarette Juul

Ein Mann verwendet eine E-Zigarette des Herstellers Juul - doch auch Jugendliche greifen häufig zum hippen Zigaretten-Ersatz.

(Foto: dpa)
  • Der US-Anbieter von E-Zigaretten Juul nimmt einige seiner Produkte mit Fruchtgeschmack vorerst komplett vom Markt.
  • Die Firma wird von den Aufsichtsbehörden genau beobachtet.
  • Es gab in den USA bereits mehr als 20 Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten - und die Produkte gelten als Einstiegsdroge für Jugendliche.

Der umstrittene US-Hersteller Juul hat den Verkauf aromatisierter E-Zigaretten mit Fruchtgeschmack in den USA gestoppt. Nachdem das Unternehmen den Vertrieb über den Einzelhandel unter hohem Druck der Aufsichtsbehörden bereits ausgesetzt hatte, stellte es am Donnerstag auch den Online-Verkauf über seine Website vorerst ein.

Juul kommt damit der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA zuvor, die derzeit wegen einer E-Zigaretten-Epidemie unter US-Teenagern und Todesfällen im Zusammenhang mit den Produkten Maßnahmen vorbereitet. Auch US-Präsident Donald Trump hatte zuvor bereits "sehr strenge" Vorschriften für E-Zigaretten angekündigt und deren Nutzung als "großes Problem" bezeichnet. Juul war vor allem wegen der offensiven Social-Media-Vermarktung seiner Produkte an jüngere Zielgruppen in die Kritik geraten.

E-Zigaretten schmecken nach allem möglichen - aber eben nicht mehr nach Tabak

Anders als bei traditionellen Zigaretten wird in E-Zigaretten eine meist nikotinhaltige Flüssigkeit erhitzt. Diese verdampft und gelangt durch Inhalieren in die Lunge. Für diese Technik hat sich der Ausdruck vapen (dampfen) eingebürgert. Diese Flüssigkeit enthält Nikotin, viele andere Chemikalien - und Geschmacksstoffe. Letztere sorgen dafür, dass E-Zigaretten nach allem möglichen schmecken - aber eben nicht mehr nach Tabak. Mittlerweile vertreibt so gut wie jeder große Tabakkonzern die Produkte, und der Markt wächst: Allein in Deutschland lag der Umsatz im vergangenen Jahr bei 400 Millionen Euro.

Obwohl die E-Zigarette von Tabakkonzernen gerne als Ausstiegsdroge vermarktet wird, gilt sie mittlerweile als Einstiegsdroge für Jugendliche. Insbesondere die E-Zigarette Juul gilt mit ihrem modernen Design als attraktiv für technikaffine Kids. Während an US-Highschools nur noch sechs Prozent aller Schüler herkömmliche Zigaretten rauchen, dampft Schätzungen zufolge mittlerweile jeder dritte Highschool-Schüler.

Über die gesundheitlichen Risiken von E-Zigaretten wird überall auf der Welt kontrovers diskutiert - so auch in Deutschland. Das Deutsche Krebsforschungszentrum schreibt zwar, die E-Variante sei im Vergleich zu Zigaretten "sehr wahrscheinlich deutlich weniger schädlich", rät aber vom Konsum ab. In den USA ist die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten mittlerweile auf 26 gestiegen, Hunderte Menschen berichten zudem von Atembeschwerden nach dem Gebrauch von E-Zigaretten. Direkt einer Juul-Zigarette zuordnen lässt sich zwar keiner der Fälle, doch die Behörden sind alarmiert.

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