Finanzmarkt Weltbank-Chef tritt zurück

Jim Yong Kim ist seit 2012 Präsident der Weltbank.

(Foto: REUTERS)
  • Jim Yong Kim gibt seinen Posten mehr als drei Jahre vor dem offiziellen Ende seines Mandats ab.
  • Kim hatte erst 2017 seine zweite Amtszeit als Präsident der Weltbank angetreten.
  • Die Gründe für seine Entscheidung sind noch nicht bekannt.

Weltbank-Präsident Jim Yong Kim gibt seinen Posten vorzeitig auf. Das bestätigte die Weltbank am Montag. Zuvor war bereits verlautet, dass der US-Amerikaner zum 1. Februar 2019 zurücktreten werde.Der 59-Jährige hatte am 1. Juli 2017 seine zweite Amtszeit angetreten, die bis 2022 Mitte dauern sollte. Gründe für den Schritt wurden zunächst nicht genannt.

Kim wurde in Südkorea geboren und machte als Mediziner und Gesundheitspolitiker Karriere, bevor ihn der damalige US-Präsident Barack Obama für den Spitzenposten bei der Weltbank nominierte. Seine erste Amtszeit hatte Kim 2012 als Nachfolger von Robert Zoellick begonnen.

Es sei ihm eine "große Ehre" gewesen, der Institution, die sich dem Ziel der Armutsbekämpfung verschrieben habe, jahrelang vorzusitzen, zitierte die Weltbank den scheidenden Präsidenten. "Die Arbeit der Weltbank ist die wichtigste überhaupt", da die Erwartungen armer Länder und Probleme wie der Klimawandel, Epidemien, Hunger oder Flucht "in Umfang und Komplexität" zunähmen. Der promovierte Mediziner will demnach künftig für eine Firma arbeiten, die sich um Investitionen in Entwicklungsländer kümmert - welche genau, blieb aber unklar. Außerdem wolle er sich wieder für die von ihm mitgegründete Organisation Partners in Health engagieren.

Nach Kims Rücktritt soll zunächst die Geschäftsführerin der Weltbank, Kristalina Georgieva, übergangsweise auch den Präsidentenposten übernehmen.

Seit Gründung der Weltbank nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Chefposten des Hauses mit Sitz in Washington traditionell von den USA besetzt. Zu den Aufgaben des Instituts zählt vor allem die Armutsbekämpfung. Die Schwesterorganisation IWF leitet dagegen üblicherweise ein Europäer, zurzeit ist das die Französin Christine Lagarde. Nun könnte also US-Präsident Donald Trump einen Kandidaten als Nachfolger nominieren. Die ungeschriebene Regel für die Postenverteilung wird von aufstrebenden Staaten wie China, Russland, Indien oder Brasilien angesichts des wachsenden Gewichts der Schwellenländer zunehmend in Frage gestellt.

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