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Jain und Fitschen:Deutsche-Bank-Chefs sollen vor Rücktritt stehen

  • Die Chefs der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, stehen Medienberichten zufolge kurz vor dem Rücktritt. Noch am Sonntag soll eine Entscheidung über den möglichen Wechsel an der Spitze des größten deutschen Geldinstituts fallen.
  • Die Financial Times berichtet bereits von einem möglichen Nachfolger: Ex-UBS-Manager John Cryan.
  • Jain und Fitschen stehen bereits seit Jahren in der Kritik.

Rücktrittsgerüchte aus der Spitze der Deutschen Bank: Anshu Jain und Jürgen Fitschen werden womöglich ihre Ämter als Konzernchefs niederlegen. Das Wall Street Journal (WSJ) und die Financial Times (FT) berichten unter Berufung auf interne Quellen, dass Jain und Fitschen ihren Rückzug noch am Sonntag offiziell verkünden werden. Laut der Nachrichtenagentur Reuters und dem Handelsblatt hingegen hätten sie dem Aufsichtsrat bislang lediglich den Rücktritt angeboten, dieser wolle noch am Sonntag in einer außerordentlichen Sitzung darüber beraten.

John Cryan könnte Nachfolger werden

Dem WSJ und der FT zufolge soll Anshu Jain zum Ende des laufenden Monats seinen Posten räumen. Er werde anschließend aber als Berater weiter für Deutschlands größtes Kreditinstitut tätig sein. Die Pläne von Jürgen Fitschen sehen vor, dass er nach der Jahreshauptversammlung im Mai 2016 den Platz für einen Nachfolger frei macht. Laut FT soll der ehemalige UBS-Manager John Cryan, der zur Zeit im Aufsichtsrat der Deutschen Bank sitzt, an die Konzernspitze aufrücken.

Jain und Fitschen stehen seit Jahren in der Kritik

Die Deutsche Bank sowie ihre beiden Chefs sind in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Gegenstand öffentlicher und interner Kritik gewesen, zuletzt auch im Rahmen der Hauptversammlung im vergangenen Mai. Dort räumten Jain und Fitschen selbst ein, dass ihre bisherige Amtszeit seit Juni 2012 mit milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten und schwacher Entwicklung des Aktienkurses keine reine Erfolgsgeschichte gewesen sei. Der Abbau von Altlasten sei teurer und dauere länger als gedacht. Zudem habe das Management die neuen Vorgaben der Aufseher weltweit unterschätzt. Trotzdem seien die vergangenen drei Jahre "keine verlorene Zeit" gewesen, bilanzierte Fitschen: "Wir fühlen uns auf einer besseren Basis als vor drei Jahren." Beide Co-Chefs bekräftigten, sie fühlten sich auf "dem richtigen Weg" Die Aktionäre überzeugte das nicht. Sie zeigten dem Führungsduo die gelbe Karte: Jain und Fitschen wurden lediglich mit jeweils 61 Prozent entlastet. Üblich sind mit mindestens 90 Prozent erheblich mehr. Direkte Folgen hatte das nicht, weil nur der Aufsichtsrat über eine Abberufung von Vorständen entscheiden kann.