bedeckt München 14°

Braucht man das?:In-Ear-Kopfhörer Jabra Elite 85t

Jabra Elite 85t

Guter Klang und Geräuschunterdrückung - Jabras In-Ears Elite 85t.

(Foto: Stefanie Calleja-Gera/oh)

Nicht quadratisch, aber praktisch und gut: Wer unterwegs Musik hören und telefonieren will, bekommt mit den Jabra Elite 85t überzeugende In-Ear-Kopfhörer - nur für den Sport gibt es bessere Alternativen.

Von Simon Hurtz

Was hat sich Jabra nur bei dabei gedacht? Die Elite 85t sind größer als ihre Vorgänger, fallen leichter aus dem Ohr und halten weniger Schweiß und Staub aus. Sie schirmen standardmäßig schlechter vom Umgebungslärm ab, und der Akku macht früher schlapp. Ach, und teurer sind sie auch noch. Warum in aller Welt sollte man 200 Euro für diese Ohrstöpsel ausgeben?

Einfache Frage, eindeutige Antwort: Weil Jabra einen der besten drahtlosen In-Ear-Kopfhörer gebaut hat. Zwar fehlt der hochwertige Bluetooth-Codec aptX, doch audiophile Menschen werden ihre Musiksammlung wohl ohnehin nicht mit Ohrstöpseln und Smartphone genießen. Wer unterwegs Musik hören will, ist mit den 85t gut bedient. Sie klingen besser als die meisten Konkurrenten, bei Telefonaten ist die eigene Stimme für die Gegenseite gut verständlich. Im Gegensatz zu anderen Herstellern setzt Jabra auf physische Knöpfe, und das ist gut so: Die 85t lassen sich intuitiv und auch mit Handschuhen oder durch eine dünne Mütze bedienen.

All das gilt auch für die 75t, das neuere Modell hat aber einen Vorteil: Man drückt die Kopfhörer nicht tief in den Gehörgang, sondern hängt sie nur locker ins Ohr. Dadurch stehen sie weiter heraus und sitzen lockerer - aber auch bequemer. So empfanden es jedenfalls vier Testpersonen. Doch jedes Ohr ist anders, und ob einer der drei mitgelieferten Aufsätze passt, weiß man erst nach dem Probehören. Die fehlende passive Isolation macht Jabra durch aktive Geräuschunterdrückung (ANC) wett. Die kann nicht mit Over-Ear-Kopfhörern mithalten, die 85t filtern Umgebungslärm aber erstaunlich gut weg.

Eine der größten Stärken ist die Software. Die Jabra-App nervt nicht mit Kontozwang und ist ausnahmsweise richtig hilfreich. Der optionale Hörtest verbessert den Klang vor allem für Menschen, die bestimmte Frequenzen nicht mehr wahrnehmen. Man kann das ANC-Level einstellen, Soundprofile anlegen und bestimmen, was bei einem Einfach-, Doppel- oder Dreifachdruck auf einen der beiden Knöpfe geschehen soll. Vor allem liefert Jabra für viele Produkte regelmäßige Updates, die auch noch Jahre nach dem Marktstart sinnvolle Funktionen nachrüsten.

Auch deshalb bleiben die 75t nach wie vor eine gute Wahl. Sie bieten dank neuer Firmware nun ebenfalls ANC, wenn auch nicht auf dem Niveau der 85t. Der festere Sitz und die bessere Schweißresistenz machen sie zu guten Sportkopfhörern, während sich der große, teure Bruder eher für den Alltag und Videokonferenzen eignet.

© SZ
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema