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Italien:EZB lässt zwei italienische Banken fallen

FILE PHOTO: A Banca Popolare di Vicenza sign is seen in Rome

Die Abwicklung der Veneto Banca und der Banca Popolare di Vicenza könnte die italienischen Steuerzahler voraussichtlich Milliarden kosten.

(Foto: REUTERS)
  • Die regionalen italienischen Geldhäuser Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza sollen abgewickelt werden.
  • Die EZB-Bankenaufsicht stufte die beiden Geldhäuser als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig ein.
  • Angesichts eines erheblichen Bestandes an faulen oder riskanten Krediten in den Büchern werde die italienische Regierung wahrscheinlich fünf Milliarden Euro zuschießen, sagte ein mit der Angelegenheit vertrauter Banker.

Die beiden italienischen Krisenbanken, Veneto Banca und Banca Popolare di Vicenza, werden aller Voraussicht nach zerschlagen. Die EU-Kommission gab jetzt ihre vorläufige Zustimmung für einen Plan der italienischen Regierung, die zwei regionalen Geldhäuser aus dem Veneto unter Einsatz von Staatshilfen nach heimischem Insolvenzrecht abzuwickeln.

Die EZB hatte nach eigener Aussage den beiden Instituten Zeit gegeben, Kapitalpläne vorzulegen. Sie seien aber nicht in der Lage gewesen, glaubhafte Lösungen anzubieten. Die EZB-Bankenaufsicht stufte die beiden Geldhäuser daraufhin als wahrscheinlich nicht mehr überlebensfähig ein. Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo hatte sich bereits unter Bedingungen zu einer Übernahme der gesunden Teile der Geldhäuser für einen symbolischen Preis einverstanden erklärt.

Italien bemüht sich seit Monaten um die beiden angeschlagenen Banken

"Die EU-Regeln für Staatshilfen erlauben in derartigen Situationen die Möglichkeit, staatliche Unterstützung zu geben", erklärte die EU-Kommission. Sie führe konstruktive Gespräche mit den italienischen Behörden. Gute Fortschritte seien erzielt worden, sehr bald eine Lösung zu finden.

Italien bemüht sich seit Monaten um die beiden angeschlagenen Banken, die zuletzt etwa insgesamt 6,4 Milliarden Euro frisches Kapital benötigten.

Ein erster Plan, die erforderlichen Gelder bei Investoren einzusammeln, war aber gescheitert. Einem Insider zufolge sollen nun mit einem Noterlass der Regierung die Voraussetzung für einen Verkauf der gesunden Teile der Geldhäuser an Intesa geschaffen werden. Die Zweigstellen der Institute könnten dann am Montagmorgen regulär arbeiten.

Einzelheiten der Transaktion würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person. Laut früheren Informationen sollen die faulen Kredite der zwei Kriseninstitute in eine "Bad Bank" eingebracht werden, die teilweise mit Steuergeldern finanziert werden soll. Inhaber nachrangiger Anleihen und Aktionäre müssten einen Teil der Kosten tragen.

Banker: Regierung wird wohl Milliarden zuschießen

Auf die italienischen Steuerzahler kommen voraussichtlich hohe Kosten zu. Angesichts eines erheblichen Bestandes an faulen oder riskanten Krediten in den Büchern werde die Regierung wahrscheinlich fünf Milliarden Euro zuschießen, sagte ein Banker. Einigen italienischen Medien zufolge könnte sich die Summe sogar auf zwölf Milliarden Euro belaufen.

Im Zuge der jahrelangen Wirtschaftflaute in Italien leiden viele heimische Banken unter einer großen Zahl fauler Kredite. Anders als Spanien oder Irland hat Italien keine EU-Gelder genutzt, um die Bilanzen der Geldhäuser zu sanieren.

© SZ.de/rtr/luch/tba

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