Nach elf Tagen Krieg war es amtlich. Kaum fielen die ersten amerikanischen und israelischen Bomben auf Ziele in Iran, machte das Regime in Teheran die Straße von Hormus dicht, die wahrscheinlich empfindlichste Sollbruchstelle der globalen Energieversorgung. Auf dem Ölmarkt brach der Wahnsinn los, die Tankstellenpreise schnellten nach oben, in der Versorgung der Welt mit Flüssigerdgas klafft jetzt ein Loch von der Größe Katars. Das Land hat seine LNG-Produktion komplett eingestellt. Dieser Schock ist global zu spüren, er erschüttert in Europa jedes Haushaltskonto, jede Firmenbilanz und bald jeden Staatshaushalt. „Der Krieg im Nahen Osten verursacht die größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes“, teilte die Internationale Energie-Agentur (IEA) am Donnerstag mit.
MeinungIran-KriegDie Energiewende ist Europas Sicherheitsgarantie

Essay von Jan Diesteldorf, Brüssel
Lesezeit: 6 Min.

Mit der Blockade der Straße von Hormus erleben die Europäer ein Déjà-vu: Ihre Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten stürzt sie in die Krise. Die Lehren daraus sind eindeutig.