iPhone-Verkäufe:Apple verfehlt Umsatzziel - Aktie rutscht ab

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  • Der Apple-Konzern muss einen seltenen Rückschlag hinnehmen.
  • Das Unternehmen korrigiert seine eigene Umsatzprognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres deutlich nach unten.
  • Das Problem seien vor allem die zuletzt schwachen iPhone-Verkäufe in China, klagt Firmenchef Tim Cook.

Apple hat erstmals seit der Einführung des iPhones seine Umsatzprognose verfehlt. Im ersten Quartal seines Geschäftsjahres, das Ende Dezember zu Ende gegangen ist, rechnet der Konzern nur noch mit einem Umsatz von 84 Milliarden Dollar. Ursprünglich hatte er 89 bis 93 Milliarden angekündigt, was für die erfolgsverwöhnten Apple-Aktionäre schon eine kleine Enttäuschung war, da die Zahlen nur leicht über dem Vorjahreswert von 88,3 Milliarden lagen.

Die Anleger an der Börse reagierten geschockt auf die Nachricht. Nachbörslich brach die Apple-Aktie um fast acht Prozent ein. Der US-Dollar verlor vor allem im Vergleich zum japanischen Yen, aber auch zum Euro an Wert. Händler sprachen von einem sogenannten "Flash-Crash", bei dem Kursverluste noch durch automatische Handelssysteme verstärkt werden.

Tim Cook gibt schwächelnden Verkäufen in China die Schuld

Als Grund für die schlechteren Zahlen gibt Apple-Chef Tim Cook die schwächeren iPhone-Verkäufe in China während des Weihnachtsgeschäfts an. "Wir haben einige Herausforderungen in den Schwellenländern erwartet, aber wir haben die Stärke der wirtschaftlichen Abwärtsbewegung unterschätzt, vor allem in China", schrieb er in einem Brief an Investoren. Zu diesem Abschwung habe demnach auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China beigetragen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte der Apple-Konzern mit der Ankündigung irritiert, künftig keine Stückzahlen für verkaufte iPhones, iPads und Macintosh-Computer mehr auszuweisen, sondern nur noch Umsätze. Analysten interpretierten das als mögliches Anzeichen dafür, dass der Konzern sich bereits auf sinkende Verkaufszahlen einstelle. Allerdings war es Apple in der Vergangenheit immer wieder gelungen, Skeptiker zu widerlegen.

Das Weihnachtsquartal ist jedoch traditionell das wichtigste für Apple. Der Konzern hat in diesen drei Monaten mehrfach Rekorde bei Umsatz und Gewinn aufgestellt. Das ihm das nun nicht mehr gelingt, ist bei vielen Anlegern Anlass zur Sorge. Auch eine Abschwächung des China-Geschäfts ist für den Konzern gefährlich: Der chinesische Markt ist für den Konzern in der Vergangenheit immer wichtiger geworden. Inzwischen ist China für Apple der drittwichtigste Absatzmarkt.

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