Investoren geißeln Pflichtverletzung bei Volkswagen Wut auf Wulff

Neue Vorwürfe gegen den Bundespräsidenten: Im Zusammenhang mit der Schadenersatzforderung gegen Volkswagen und Porsche sehen Investoren eine Mitverantwortung in seiner Zeit als Ministerpräsident. Er soll als VW-Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt haben.

Alle auf Wulff: Die gescheiterte Attacke von Porsche auf Volkswagen soll nach Ansicht der Investoren nun auch für Bundespräsident Wulff Konsequenzen haben.

Wulff soll als Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat nicht die Interessen der VW-Aktionäre vertreten haben, sondern die der Familien Piech und Porsche.

(Foto: ddp)

Dieser habe als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat seine Pflichten verletzt, sagte Alexander Reus, einer der beratenden Anwälte der mit dem Fall beauftragten Inkassogesellschaft ARFB. Die von der ARFB vertretenen Investoren hätten einen Antrag auf Einleitung eines außergerichtlichen Gütetermines gestellt. In dem Antrag wird eine Schadenersatzsumme von 1,8 Milliarden Euro verlangt.

Bundespräsident Christian Wulff wird sich aber nicht an dem Termin beteiligen. Das teilte die Kanzlei CMS Hasche Sigle im Auftrag des Bundespräsidenten mit. Die Kanzlei berät seit 2009 die ehemaligen und aktuellen Aufsichtsratsmitglieder von Volkswagen, die von dem Land Niedersachen gestellt werden.

Manipulation des Kapitalmarktes

Zuvor hatte auch das Landgericht Braunschweig bestätigt, dass die Schadenersatzforderungen gegen VW und Porsche sich auf 1,8 Milliarden Euro erhöht hätten.

Weitere Investoren hätten sich der im September eingereichten Klage wegen angeblicher Manipulation des Kapitalmarktes angeschlossen.

Die Wirtschaftswoche berichtete vorab, 67 Banken, Versicherer sowie Staats-, Pensions- und Hedgefonds würfen Wulff vor, er habe als Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat nicht die Interessen der VW-Aktionäre vertreten, sondern die der Porsche-Eigner, der Familien Piech und Porsche.

Das Magazin beruft sich auf den ihm vorliegenden Antrag der Investoren auf Einleitung eines außergerichtlichen Gütetermins. Das Land Niedersachsen ist Großaktionär von Volkswagen, Wulff saß in seiner Zeit als Regierungschef im Aufsichtsrat des Wolfsburger Konzerns. Der heutige Bundespräsident steht wegen einer Kredit- und Medienaffäre massiv unter Druck.