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Investitionen in EFSF-Rettungsschirm:Euro-Länder erbetteln frisches Kapital

Der Euro-Raum braucht dringend neues Geld - und die Rettung könnte aus dem Osten kommen. China hält sich zwar noch zurück, doch Japan will weiterhin Anleihen des Euro-Rettungsschirms EFSF kaufen. Und auch Russland verspricht Investitionen.

In der Sprache der Diplomaten waren es "Konsultationen", doch man könnte genauso gut "Betteltour" dazu sagen: Der Chef des Euro-Rettungsschirms EFSF, Klaus Regling, war mit einer Bitte nach Asien gereist - und er kommt mit guten Nachrichten zurück. Nach China stellt nun auch Japan Geld für den Euro-Rettungsschirm EFSF in Aussicht.

Yen Geschenk Ehime

Japanisches Geld soll Europas Währung retten.

(Foto: REUTERS)

"Die japanische Regierung wird weiter Anleihen des EFSF, die wir ausgegeben haben, kaufen", sagte EFSF-Boss Regling nach einem Gespräch mit Vize-Finanzminister Takehiko Nakao und fügte hinzu: "Wir werden wegen zukünftiger Maßnahmen weiter in Kontakt bleiben."

Japan hält schon jetzt etwa 2,7 Milliarden Euro - 20 Prozent - an den vom EFSF herausgegebenen Anleihen. Wie viele noch hinzukommen werden, ist noch unklar. Auf die Frage, ob Nakao ihm direkt zugesagt habe, dass Tokio auch weiter investieren werde, sagte Regling nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo: "So wie in den vergangenen zehn Monaten."

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten beim Euro-Krisengipfel in Brüssel beschlossen, die Schlagkraft des Euro-Rettungsfonds mit Hilfe eines sogenannten Hebels auf eine Billion Euro zu erhöhen. Da die Regierungen in Europa jedoch mit Investitionen zögern, liegen die Hoffnungen auf China und Japan - beide Länder haben mit die größten Devisenreserven der Welt.

Auch Russland könnte das Rettungskonzept unterstützen. In Moskau sagte Präsidentenberater Arkadi Dworkowitsch, das Land wolle bis zu zehn Milliarden Dollar (rund 7,14 Milliarden Euro) in Euro-Länder investieren. Kremlchef Dmitrij Medwedjew plane erste Sondierungsgespräche am Rande des G-20-Gipfels am 3. und 4. November in Cannes.

"Vor einer möglichen Unterstützung wollen wir mit einzelnen Regierungen die Lage erörtern", sagte Dworkowitsch nach Angaben der Agentur Interfax in Moskau. Denkbar sei, die Hilfe über den Internationalen Währungsfonds (IWF) abzuwickeln. IWF-Chefin Christine Lagarde wird in den nächsten Tagen in Moskau erwartet.

© sueddeutsche.de/dpa/AFP/Reuters/fo
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