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Internetunternehmen:Google macht Gewinn ohne Ende

Die Erwartungen der Experten waren schon hoch gesteckt, doch Google hat sie trotzdem noch übertroffen: Das Unternehmen verdient glänzend. Doch die Abwesenheit des Chefs bei der Präsentation der Zahlen wirft Fragen auf.

Ausgerechnet der Google-Vorstandsvorsitzernder Larry Page fehlte bei der Verkündung der neuen Quartalszahlen: An der Telefonkonferenz der Google-Manager nahm er nicht teil, nachdem das Unternehmen schon andere öffentliche Auftritte von ihm abgesagt hatte. "Es gibt nichts neues, Larry hat seine Stimme verloren", sagte Manager Nikesh Arora. Er führe aber weiterhin das Unternehmen. Was ihm genau fehlt erklärt Google nicht.

Von der New York Times befragte Mediziner sagten, nur wenige gesundheitliche Probleme machten ein so langes Schweigen notwendig. Die Online-Branche ist seit der zunächst geheim gehaltenen Krebserkrankung von Apple-Chef Steve Jobs empfindlich geworden, wenn Unternehmen Erkrankungen ihrer Top-Manager nicht schlüssig erläutern können.

Von April bis Juni dieses Jahres verdiente Google unterm Strich 2,8 Milliarden Dollar und damit elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das Geld kommt hauptsächlich durch die hohen Einnahmen bei den bezahlten Suchtreffern herein. 42 Prozent mehr Klicks zogen die Anzeigen im Vergleich zum Vorjahr an, wobei allerdings die Einnahmen pro Klick um 16 Prozent sanken. Das wird von Beobachtern als Folge der zunehmenden Nutzung mobiler Geräte gesehen, auf denen die Werbetarife niedriger sind. Ein zweites großes Standbein von Google sind mittlerweile grafische Werbeanzeigen.

"Starkes Quartal"

Es sei ein "starkes Quartal" gewesen, ließ sich Firmenchef Page via Mitteilung zitieren. "Es ist auch etwas besonderes, weil nun Motorola ein Teil der Google-Familie ist", so Page weiter. Der Konzern hatte Mitte Mai die 12,5 Milliarden Dollar teure Übernahme des Handy-Herstellers abgeschlossen. Seitdem fließen die Motorola-Zahlen in die Bilanz ein.

Durch den Zukauf legte der Umsatz um 35 Prozent auf 12,2 Milliarden Dollar zu. Motorola ausgeklammert, lag das Plus immer noch bei 21 Prozent. Allerdings: Ohne Motorola wäre der Gewinn höher ausgefallen. Der Handy-Hersteller schreibt anhaltende Verluste angesichts hoher Investitionen in neue Smartphones und angesichts der starken Konkurrenz. Operativ verlor Google bei der neuen Tochter 233 Millionen Dollar.

Trotz der Motorola-Verluste lag Google mit seinen Zahlen über den Erwartungen der Analysten. Nachbörslich stieg die Aktie um 2,7 Prozent.

Aus den Zukunftsplänen für Motorola macht das Unternehmen allerdings ein Geheimnis. Motorola hält viele grundlegende Patente, in laufenden Rechtsstreitigkeiten hilfreich sein können. Google ist mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android mittlerweile Marktführer, da es in zahlreichen Geräten unterschiedlichster Hersteller steckt. Größter Rivale im Patentkrieg ist Apple mit seinem iPhone.

© Süddeutsche.de/dapd/dpa/olkl/hgn

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