Internet-Marktplätze Ins Netz gegangen

Das Unternehmen bietet online Marktplätze für Immobilien, Autos oder Jobs. Eine Übernahme von Scout24 könnte kurz bevor stehen.

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Scout24 sammelt Kunden und Gewinne im Internet - und liebäugelt mit den Kleinanzeigen von Ebay.

Von Lara Janssen

Das Internet wirkt zuweilen wie eine Spinne, die ein unendliches Netz aus Informationen und Pfaden spannt. Wer sich zu einem der Pfadfinder, auf Englisch Scout, erhebt und für Kunden die relevanten Fäden auf einem Marktplatz vereint, kann mit Erfolg rechnen: Das gilt auch für Scout24, das für Immobilien, Autos oder Jobs online Plattformen anbietet.

Seit seiner Gründung 1998 hat das Unternehmen mehrmals den Besitzer gewechselt, auch derzeit gibt es ein Angebot für eine Übernahme. Sobald es ein Ergebnis gibt, plant der Vorstand eine Hauptversammlung einzuberufen. Auch um über die Dividende zu entscheiden: Scout24 will mehr Geld an die Aktionäre ausschütten 64 Cent je Aktie, ein Jahr zuvor waren es noch 56 Cent. Das hat das im Nebenwerteindex M-Dax notierte Unternehmen am Montag angekündigt.

Zuvor hatte Scout24 seinen Finanzbericht vorgelegt: Der Umsatz kletterte demnach 2018 um 12,5 Prozent auf 531,7 Millionen Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 15,3 Prozent auf 291,5 Millionen Euro. Unterm Strich blieben 165 Millionen Euro übrig und damit fast die Hälfte mehr als 2017. Auch die Erwartungen für dieses Jahr sind optimistisch.

So ist es nicht verwunderlich, dass die beiden US-amerikanischen Finanzinvestoren Hellman & Friedman und Blackstone Mitte Februar ihr Angebot für eine Übernahme um 2,50 auf 46 Euro pro Aktie erhöhten. Auf diesem Niveau bewegt sich der Kurs des Unternehmens seither.

Die Investoren haben den Kauf unter Vorbehalte gestellt. Sie wollen den Internetdienstleister nicht komplett von der Börse nehmen, sondern zunächst nur etwas mehr als 50 Prozent übernehmen. Derzeit sind die Papiere fast komplett in Streubesitz. Im Juli hatten sie mit 48,62 Euro ihr Rekordhoch erreicht, waren dann aber zurückgefallen und seit der Übernahmeofferte wieder kräftig gestiegen.

Die Manager von Scout24 versprechen sich durch die Übernahme finanziellen Spielraum für weitere eigene Zukäufe. Zuletzt kaufte das Unternehmen das Finanzportal Finanzcheck.de. Als nächstes könnte die Kleinanzeigen-Sparte des US-Branchenriesen Ebay in Frage kommen. Dazu gehört mobile.de, das größte deutsche Auto-Portal.

Es sei "ein konkretes Beispiel, was wir uns vorstellen könnten", sagte der neue Scout24-Vorstandschef Tobias Hartmann. "Wir schauen uns das an." Nur die größten Anbieter hätten auf dem Markt für Online-Anzeigen künftig eine Chance. Allerdings gilt die Kleinanzeigensparte von Ebay als einer der größten Konkurrenten. Insofern hat zunächst das Kartellamt ein Wort mitzureden. Auch im Netz soll sich die Macht nicht zu arg verdichten.