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Integrierter Autokonzern:Der Volksporsche kommt

Weißer Rauch aus Wolfsburg und Stuttgart: Nach den Kollegen von VW haben auch die Porsche-Kontrolleure den Deal durchgewunken - Branchenkenner sind euphorisch.

Der Weg für den integrierten Konzern aus Volkswagen und Porsche ist frei: Am Donnerstag hatte zunächst der Aufsichtsrat von VW einer entsprechenden Grundlagenvereinbarung zugestimmt.

Volkswagen, Porsche, dpa

Der Deal ist unter Dach und Fach: Nach VW stimmte auch der Porsche-Aufsichtsrat der Verschmelzung zu.

(Foto: Foto: dpa)

Nach dem Treffen der Volkswagen-Kontrolleure in Wolfsburg stimmte dann am Abend auch der Porsche-Aufsichtsrat zu. Zunächst steige VW mit 42,0 Prozent bei der Porsche AG ein, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. Die Beteiligung erfolge als Barkapitalerhöhung mit einem Gesamterlös von voraussichtlich bis zu 3,3 Milliarden Euro.

Im Jahr 2011 soll es dann zu einer vollständigen Verschmelzung beider Firmen kommen. VW verspricht sich von dem Zusammenschluss Synergieeffekte von 700 Millionen Euro im Jahr, wie der Konzern mitteilte.

Weiter ist vorgesehen, dass Volkswagen von den Familien Porsche und Piech das Vertriebsgeschäft der Porsche Holding Salzburg, des größten europäischen Autohändlers, übernimmt. Größter Aktionär des integrierten Konzern bleiben die Familien Porsche und Piech, wie VW-Chef Martin Winterkorn sagte. Neuer strategischer Investor werde das Emirat Katar.

Gewinner ist das Land Niedersachsen, derzeit zweitgrößter VW-Aktionär. Die Stellung des Landes werde künftig in der Satzung verankert, hieß es. Auch die 20-prozentige Sperrminorität bei wichtigen Entscheidungen in der Hauptversammlung soll dauerhaft erhalten bleiben - was dem Land weiter eine starke Stellung zusichert. Niedersachsen soll außerdem zwei Aufsichtsräte in das VW-Kontrollgremium entsenden dürfen

Winterkorn als starker Mann

Der neue starke Mann im integrierten Konzern aus Porsche und VW ist Martin Winterkorn. Nach dem Abgang des früheren Porsche-Chefs Wendelin Wiedeking übernimmt der Volkswagen-Chef von 15. September an auch den Chefsessel bei der Porsche Automobil Holding SE in Stuttgart. Das habe der Porsche-Aufsichtsrat in seiner Sitzung entschieden, teilte das Unternehmen mit.

Bei Branchenexperten stößt der Deal auf Zustimmung. Von der Schaffung des neuen Großkonzerns profitieren beide Hersteller massiv, meint Fachmann Georg Diez . "VW wird mit Porsche von allen großen Autoherstellern das breiteste Marken- und Modellangebot haben", sagte Diez. "Viele Marken bedeuten aber nicht automatisch viel Erfolg."

Daher müsse es künftig eine klare Abgrenzung der Marken geben. "Der Kunde kauft nicht nur ein Auto, sondern auch eine Marke." Auf der anderen Seite müssten möglichste viele Synergien bei Forschung und Entwicklung genutzt werden. Dies gelte vor allem für die Antriebstechnik, beispielsweise bei der Entwicklung von Hybrid- und Elektromotoren. Da gebe es noch Potential.

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