Lebensmittel:Scharf, schärfer, Instant-Nudeln

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Solche Instant-Nudeln sollen angeblich zu scharf sein. Man könnte natürlich vermuten, dass scharf drin ist, wenn scharf draufsteht. (Foto: IMAGO/Manfred Segerer)

Sie sind offenbar zu scharf für die Butterkeks-Nation: Dänemark nimmt das Produkt des südkoreanischen Unternehmens Samyang vom Markt.

Von Sebastian Strauss

Mutproben gab es schon lange vor Zeiten des Internets. Klingelstreiche, ein Kaugummi mitgehen lassen im Supermarkt – die Klassiker eben. Doch soziale Medien wie Instagram oder Tiktok haben Mutproben auf ein neues Level gehoben. Vor zehn Jahren etwa bestand die Aufgabe darin, die berüchtigt scharfen Instant-Nudeln des südkoreanischen Unternehmens Samyang zu essen. Mutige Seelen filmten ihre feurigen Versuche und stellten sie ins Internet, damals noch auf Youtube. Die Videos gibt es bis heute: Jugendliche weltweit, die aufgrund der scharfen Nudeln anfangen, zu weinen und zu schreien, oder sich gelegentlich sogar übergeben.

Jetzt stehen die südkoreanischen Nudeln erneut im Rampenlicht. Dänemark hat mehrere der scharfen Ramen-Nudelprodukte von Samyang zurückgerufen, mit der Begründung, sie seien zu scharf und würden zu Vergiftungen führen.

Man könnte natürlich vermuten, dass scharf drin ist, wenn scharf draufsteht. Im Land der Hotdogs und des Smørrebrød scheint man hingegen nicht auf die scharfen Instant-Nudeln vorbereitet gewesen zu sein. Vielleicht vertragen die Dänen auch einfach keine Schärfe – diese Meinung vertreten zumindest viele Liebhaber des scharfen Essens in hitzigen Diskussionsforen im Internet. „Ich hatte einen Freund aus Dänemark, der fand, dass geschmacklose panierte Garnelen mit ein bisschen gemahlenem Pfeffer darauf zu scharf sind. Kein Wunder, dass sie die Ramen-Nudeln für Gift halten“, scherzt ein Nutzer auf der Online-Plattform Reddit.

Vielleicht brauchen die Dänen auch einfach mal einen Grundkurs im scharfen Essen

Tatsächlich wurden die Nudeln bisher in keinem anderen Land zurückgerufen. Nicht einmal Sicherheitswarnungen wurden herausgegeben. Den Dänen war es scheinbar trotzdem zu scharf. Die Nudeln sind halt keine dänischen Butterkekse.

Vielleicht brauchen die ansonsten durchaus gut gebildeten Dänen auch einfach mal einen Grundkurs in scharfem Essen. Eine Idee wäre, die Unterrichtseinheit „Chili für Anfänger“ in den Lehrplan aufzunehmen. Eine Prise Cayenne dort, ein bisschen Chili hier – und schon ist die Hysterie entschärft. Am Ende des Kurses gibt es dann den feurigen Test: Wer es schafft, ohne Tränen eine Packung Samyang-Nudeln zu essen, erhält zum Abschluss ein Diplom. Vielleicht könnte ja sogar ein Austauschprogramm mit Mexiko gestartet werden.

Für die besonders Tapferen unter den nordischen Nachbarn, die sich doch trauen, die feurigen Nudeln zu probieren, ein kleiner Tipp: Bekanntlich helfen fettige Lebensmittel wie Milch, Joghurt oder Quark gegen das Brennen. Auch Öl kann helfen. Ob man allerdings Öl ins Feuer kippen sollte, ist wieder ein anderes Thema.

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