Insolventer Verlag Aigner bringt Hilfe für Weltbild-Beschäftigte ins Spiel

Ein bisschen Hoffnung für die Mitarbeiter des insolventen Weltbild-Verlags: Bayerns Wirtschaftsministerin Aigner will bei einem Krisentreffen am Donnerstag darüber sprechen, wie die Angestellten unterstützt werden könnten. In der Pflicht zu helfen sieht sie den Freistaat nicht.

Was passiert mit den Beschäftigten beim insolventen kirchlichen Weltbild-Verlag? Das diskutieren Politik und Kirche. Die bayerische Staatsregierung will am Donnerstag bei einem Krisengespräch in Augsburg Hilfsmöglichkeiten für die Mitarbeiter ausloten. Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und Sozialministerin Emilia Müller (beide CSU) wollen mit Vertretern der Belegschaft, dem Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) und dem Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sprechen.

"Es geht um Hilfen für die Arbeitnehmer, es geht nicht um Hilfen für das Unternehmen", sagte Aigner in Kreuth. Nach ihren Worten soll über eine Auffanggesellschaft für die Mitarbeiter gesprochen werden. Die Staatsregierung sieht sich aber nicht in der Pflicht, den Verlag zu retten: "Fehler der Vergangenheit können wir nicht mit staatlichen Hilfen korrigieren."

Der Weltbild-Verlag hatte am Freitag Insolvenz beantragt. Weltbild beschäftigt im Verlag etwa 2200 Mitarbeiter, weitere 4000 in den Filialen. Die Verlagsgruppe gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge in Berlin. Die sieben bayerischen Bistümer verfügen über 51 Prozent der Gesellschafteranteile.

Die Gewerkschaft Verdi warf der Kirche Verantwortungslosigkeit gegenüber den Mitarbeitern, "Kapitalismus in Reinkultur" und Verstoß gegen die katholische Soziallehre vor. Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx erklärte, die Kirche sei vom Kapitalbedarf für eine Sanierung überrascht worden. "Wir konnten es als Gesellschafter nicht verantworten, auf absehbare Zeit dreistellige Millionensummen aus Kirchensteuermitteln zu investieren", sagte er der SZ.

Insolvenzverwalter Geiwitz machte den Beschäftigten unterdessen keine große Hoffnung. Er könne ihnen die Unsicherheit nicht nehmen, es gebe nichts zu beschönigen, sagte er bei einer Mitarbeiterversammlung im Augsburger Verlagsgebäude. Weltbild sei aber eine gute Marke und habe treue Kunden. Da die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes jetzt gesichert sei, erhielten alle Mitarbeiter rechtzeitig zum Monatswechsel ihr Gehalt.