Insolventer Druckmaschinenhersteller:Bessere Chancen für Possehl

Die IG Metall trägt die Lösung trotzdem mit. Das geschäftsführende Vorstandsmitglied Jürgen Kerner, zugleich stellvertretender Aufsichtsratschef von Manroland, sagte: "Damit ist ein Standort durch einen breit aufgestellten Mittelständler gesichert." Nun müssten auch langfristige Lösungen für die anderen Standorte gefunden werden.

Possehl möchte schon bald Gewinne erwirtschaften. "Wir wollen das Geschäft von Anfang an positiv betreiben", sagte ein Sprecher der SZ. Possehl sieht vor allem Chancen im profitablen Ersatzteilgeschäft, die Verluste im Geschäft mit Neumaschinen will man abstellen. "Wir wollen eine vernünftige Rendite erzielen, und das möglichst kurzfristig", sagte der Sprecher. "Wir haben auch bei Böwe Systec geschafft, im ersten Jahr profitabel zu sein." Schneider war auch bei diesem später von Possehl gekauften Kuvertiermaschinenhersteller 2010 Insolvenzverwalter, deswegen sei er gleich auf Possehl zugegangen, wie er am Mittwoch erläuterte.

Schneider sagte, dass auch der Würzburger Druckmaschinenkonzern Koenig & Bauer Interesse an Teilen von Manroland in Augsburg und Offenbach hatte, aber damit nur 700 Arbeitsplätze gesichert hätte. Der US-Investor Platinum Equity als dritter Bewerber habe noch kein Beschäftigungskonzept gehabt. Sowohl bei den Amerikanern als auch bei einem chinesischen Interessenten hätten die Verhandlungen zu lange gedauert, um noch rechtzeitig vor Beginn des Insolvenzverfahrens am 1. Februar die Verträge zu unterzeichnen.

Branchenanalyst Harald Rehmet von der Landesbank Baden-Württemberg sieht im Konzept von Possehl sowieso "die besseren Chancen". Das größte Problem sei schließlich der Bogenoffset-Standort Offenbach. Voraussetzung für jede Lösung sei jedoch, dass es zu einem "großen Kapazitätsschnitt" komme. "Aus Branchensicht wäre die harte Lösung hilfreich", sagte er. Also die Schließung des Bogenoffset-Standorts. Er sieht aber Chancen, wenn Manroland den Bogenoffset auf attraktive Felder wie den Verpackungsdruck fokussiere.

Rehmet zufolge hätte Manroland vor zehn Jahren nicht vorübergehend aus dem Segment großer Bogenoffsetmaschinen aussteigen dürfen. Heute mache man mit großformatigen Maschinen für den Verpackungsdruck Marge, da habe Koenig & Bauer seinen Vorsprung ausgebaut.

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