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Insolventer Drogerie-Konzern:Diese Schlecker-Filialen müssen schließen

Die betroffenen Geschäfte beginnen sofort mit dem Räumungsverkauf, schon Ende kommender Woche sollen sie dichtmachen. Die insolvente Drogerie-Kette Schlecker hat eine Liste mit mehr als 2000 Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen.

Es sind 40 Seiten voller Orts- und Straßennamen: Die insolvente Drogeriekette Schlecker hat eine Liste mit etwa 2000 Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen - hier finden Sie die Liste als PDF-Datei, und hier eine Karte auf Google-Maps. Es handle sich um eine vorläufige Liste, bei der sich noch Änderungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher.

Die Läden beginnen demnach sofort mit einem Räumungsverkauf und sollen nur noch bis 24. März geöffnet bleiben. Die betroffenen Filialen wurden seit Dienstagabend per Fax über ihre Schließung informiert.

Von derzeit etwa 5400 Schlecker-Filialen sollen nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz 3120 Märkte erhalten bleiben. 282 Verkaufsstellen würden noch einmal überprüft. Ursprünglich war von 2400 Filialen die Rede, die geschlossen werden sollten. Etwa 12.000 Mitarbeitern soll infolge der Insolvenz die Kündigung ausgesprochen werden.

Die jetzt bekanntgegebene Schließung der etwa 2000 Märkte bedeutet jedoch nicht automatisch die Kündigung aller dort beschäftigten Mitarbeiter: "Die wirtschaftlich unvermeidlichen Entlassungen werden einem Sozialplan folgen, dessen Ausgestaltung noch Teil der aktuell laufenden Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Schlecker-Gesamtbetriebsrat sowie der Gewerkschaft Verdi ist", teilte das Unternehmen mit.

Die Parteien sind am Dienstag zu mehrtägigen Gesprächen im thüringischen Oberhof zusammengekommen. Sowohl Geiwitz als auch der Verdi-Verhandlungsführer Bernhard Franke bezeichneten die Gespräche als schwierig, aber konstruktiv. "Wir sind auf einem gutem Weg", sagte Geiwitz. Beide Seiten müssten sich noch bewegen, aber er glaube, "dass am Ende des Tages eine Lösung möglich ist".

Nach Verdi-Angaben liegt inzwischen auch eine Liste mit Namen der zu entlasenden Beschäftigten vor. Diese Aufstellung werde nun von den Arbeitnehmer-Vertretern darauf überprüft, ob sie entsprechend der geltenden Sozialkriterien zustande gekommen sei. Die letztendliche Entscheidung darüber, wer seinen Arbeitsplatz verliere, liege allerdings nicht bei den Betriebsräten, sondern beim Arbeitgeber beziehungsweise beim Insolvenz-Verwalter, sagte Franke.

Neben dem Sozialplan ist die Finanzierung einer Transfergesellschaft eines der Themen. Am Wochenende hatte das Bundeswirtschaftsministerium es abgelehnt, die Gesellschaft mit Mitteln der staatlichen Förderbank KfW auszustatten. Zuständig für eventuelle Hilfen an das Unternehmen sei Baden-Württemberg, wo Schlecker seinen Hauptsitz habe.

Der Insolvenzverwalter ist unterdessen auf der Suche nach Investoren für Schlecker. Für die zahlungsunfähige Drogeriekette gibt es nach seinen Angaben eine ganze Reihe von potentiellen Investoren. "Ich habe eine zweistellige Zahl von Interessenten, die auch schon umfangreiche Unterlagen bekommen haben", sagte Geiwitz der Welt.