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Die Geschichte von Schlecker:Allgegenwärtiger Familienbetrieb

Ob Groß- oder Kleinstadt, die Filialen der Drogeriekette Schlecker prägen Deutschlands Straßenbild. Gründer Anton Schlecker schuf einen milliardenschweren Familienkonzern, seine Kinder müssen ihn nun vor dem endgültigen Untergang bewahren. Ein Überblick in Bildern.

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Schlecker will über 600 weitere Filialen schließen

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Deutschlands größte Drogeriekette Schlecker ist Geschichte. Zehntausende Mitarbeiter haben ihren Job verloren. Dabei war Schlecker einst dominierend im Dorgeriegeschäft. Ein Rückblick auf die Geschichte des Konzerns in Bildern.

Anton Schlecker nicht mehr im Lidl Aufsichtsrat

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Entstanden ist das Milliardenunternehmen aus einem kleinen Familienbetrieb: 1965 hatte Anton Schlecker (hier auf einem Foto von 1999) von seinem Vater eine Fleischwarenfabrik im schwäbischen Ehingen und eine Reihe von Metzgereien übernommen. Ab 1974 setzte Schlecker dann auf den Discount-Markt. Bereits 1977 betrieb er 100 solcher Läden. In den folgenden Jahrzehnten baute er sie zu einer Drogeriekette mit zeitweise rund 14.000 Filialen europaweit aus. Zuletzt waren es noch 7000 in Deutschland und 3000 weitere in Europa.

Schlecker

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Der Wettbewerb im deutschen Drogeriegeschäft ist in den vergangenen Jahren immer schärfer geworden. In der Schlecker-Unternehmenszentrale nahe dem schwäbischen Ehingen wuchsen die Schwierigkeiten, das Geschäft gegen die großen Rivalen dm und Rossmann zu verteidigen, aber auch gegen kleine Lebensmittelläden, die ihr Drogerie-Sortiment ausbauten. Im Geschäftsjahr 2010 etwa schrumpfte Schleckers europaweiter Umsatz um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro. Für 2011 rechnete das Unternehmen erneut mit sinkenden Erlösen.

Anklage gegen Schlecker-Erpresser

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Ein dunkles Kapitel in der Familiengeschichte: An Heiligabend 1987 wurden Lars und Meike Schlecker, die beiden Kinder des Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker entführt. DieTäter erpressten rund 9,6 Millionen D-Mark. Die Kinder wurden in einer Holzhütte festgehalten, konnten sich aber nach kurzer Zeit selbst befreien.

Lars und Meike Schlecker

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Die Geschichte von Schlecker:Lars und Meike Schlecker

Generationswechsel: Ende 2010 treten die Kinder des Konzernchefs, Lars und Meike Schlecker, erstmals als federführende Kräfte in der Unternehmensleitung auf. Sie sind zwar bereits lange im Familienbetrieb tätig, nun übernehmen sie die Verantwortung und verordnen der Kette ein Modernisierungsprogramm namens "Fit for Future", um das alte Schmuddelimage abzustreifen - und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Schlecker To Close 800 Stores

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Bei den Kunden waren die häufig kleinen und schmucklosen Schlecker-Filialen zwar bekannt für günstige Preise. Aber auch dafür, zu wenige und nicht selten unfreundliche Mitarbeiter zu beschäftigen. Immer wieder geriet das Unternehmen mit den Gewerkschaften in Konflikt, die ihm vorwarfen, Dumpinglöhne zu bezahlen.

Schlecker Zentrale Ehingen

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Die Erfolge des Sanierungsprogramms lassen auf sich warten: 2011 muss der Konzern einräumen, dasss er seit Jahren Verluste schreibt. Alleine 2010 sollen es operativ rund 100 Millionen Euro gewesen sein, 2011 Schätzungen zufolge noch mehr. Auch die Neuorganisation der Logistik, hier das Zentrallager nahe Ehingen, half nicht, das zu ändern. Ebensowenig die Schließung von bislang mehr als 1000 Filialen.

Drogeriemarkt Schlecker

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Zu den zentralen Elementen des im vergangenen Jahr gestarteten Modernisierungsprogramms zählte die Renovierung Tausender Filialen der Drogeriekette. Ein neues Logo sollte das angestaubte Image aufpolieren. Für kontroverse Debatten sorgte allerdings der neue Werbeslogan "For You, vor Ort". Die krude Denglisch-Formulierung stieß bei vielen Kunden auf Unverständnis. Das Reformprogramm konnte die Insolvenz von Schlecker nicht verhindern.

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