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Insolvente Baumarktkette:Praktiker verschwindet vom deutschen Markt

Praktiker Baumarkt

Für die insolvente Baumarktkette Praktiker gibt es keinen Käufer.

(Foto: dpa)

Die Baumarktkette Praktiker steht endgültig vor dem Aus: Der Insolvenzverwalter hat keinen Käufer gefunden, schon kommende Woche beginnt der Ausverkauf. Besser sieht es für die Konzerntochter Max Bahr aus.

Die insolvente Baumarktkette Praktiker wird zerschlagen. "Für die Übernahme der Baumarktkette Praktiker gibt es keine Angebote", teilten die Insolvenzverwalter am Mittwoch mit. Das Unternehmen verschwindet damit endgültig vom deutschen Markt. In 130 Märkten beginne Ende kommender Woche der Ausverkauf, hieß es.

Den insgesamt 5330 fest angestellten Beschäftigten an den betroffenen Standorten, davon 1780 geringfügig Beschäftigte, werde zunächst nicht gekündigt. Erst am Ende des Investorenprozesses, der bis Oktober abgeschlossen sein soll, werde sich absehen lassen, was aus den einzelnen Standorten werde. Es gebe gute Chancen, dass zahlreiche dieser Filialen unter anderen Marken fortgeführt würden, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der beiden vorläufigen Insolvenzverwalter Christopher Seagon und Jens-Sören Schröder.

Für die ebenfalls insolvente Konzerntochter Max Bahr gebe es mehrere Angebote von Investoren. Es bestehe nicht nur Interesse an den 132 Max-Bahr-Märkten, sondern darüber hinaus auch an weiteren 42 Praktiker-Filialen, die auf die Marke Max Bahr umgeflaggt werden sollten. Dazu war es durch die Insolvenz im Juli nicht mehr gekommen. Ziel sei es, bis zum 1. Oktober 2013 eine Übereinkunft mit dem besten Interessenten zu treffen, hieß es.

Von den einstmals 168 Praktiker- und 14 extra Bau- und Hobby-Märkten sind seit einem Monat bereits 51 im Ausverkauf. Aus Sicht von Branchenbeobachtern wurde Praktiker vor allem die zu aggressive eigene Rabattstrategie zum Verhängnis. Zudem gilt das Segment der Baumärkte als überbesetzt und sehr wettbewerbsintensiv.

Die Gewerkschaft Verdi hatte schon die Schließung der ersten 51 Märkte scharf kritisiert. Die Beschäftigten allein müssten die Managementfehler der Vergangenheit ausbaden, hieß es aus der Verdi-Zentrale in Berlin. Für die Mitarbeiter müssten alle Möglichkeiten einer Weiterbeschäftigung auch im Konzern geprüft werden. Falls das nicht gelinge, müsse eine Transfergesellschaft für mindestens sechs Monate eingerichtet werden.

© dpa/Reuters/bero/jasch
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