Gläubigerschädigung15 Monate Haft auf Bewährung für Benko, Freispruch für Ehefrau

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René Benko im Landesgericht Innsbruck
René Benko im Landesgericht Innsbruck (Foto: Expa/ Johann Groder/APA/dpa)
  • René Benko wird vom Landesgericht Innsbruck zu 15 Monaten Haft auf Bewährung wegen Gläubigerschädigung verurteilt, seine Ehefrau freigesprochen.
  • Das Gericht sah es als teilweise erwiesen an, dass Benko wertvolle Uhren und Bargeld vor seinen Gläubigern versteckt hat.
  • Benko sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft und es drohen ihm weitere Verfahren rund um die Signa-Pleite.
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Der Investor und Ex-Milliardär wird erneut schuldig gesprochen. Im Prozess geht es um Bargeld und teure Uhren. Benko drohen noch weitere Verfahren.

Der österreichische Ex-Milliardär René Benko ist zum zweiten Mal wegen Schädigung seiner Gläubiger verurteilt worden. Das Landesgericht Innsbruck verhängte gegen den Gründer des Immobilien- und Handelsimperiums Signa eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten. Das Gericht sah es als nur teilweise erwiesen an, dass René Benko wertvolle Uhren dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen hat. Seine ebenfalls angeklagte Ehefrau Nathalie Benko wurde freigesprochen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Geschäftsmann vorgeworfen, Bargeld in Höhe von 120 000 Euro sowie elf hochpreisige Uhren und andere Gegenstände im Wert von 250 000 Euro in einem Tresor versteckt zu haben. Im Rahmen seiner Insolvenz als Einzelunternehmer habe er damit die Befriedigung von Gläubigerforderungen verhindert oder geschmälert, so die Justizbehörde.

Den Kauf des Tresors, der bei Verwandten der Ehefrau aufgestellt wurde, sei von der 42-jährigen Nathalie Benko organisiert worden. Deshalb habe sie zur Tat und damit zur Schädigung der Gläubiger beigetragen, meinte die Anklage.

Laut Staatsanwaltschaft war die Aussage Benkos nicht glaubwürdig, dass er jeweils vier Uhren bereits zu Weihnachten 2021 seinen zwei Söhnen im Alter von damals sechs und elf Jahren geschenkt habe. Auf Weihnachtsfotos von 2021 seien dem Alter der Kinder angemessene Geschenke zu sehen, sagte der Oberstaatsanwalt. „Teure Uhren und Manschettenknöpfe waren nicht dabei.“ Es sei auch zu fragen, warum das Geld und die Gegenstände nicht in der hochgradig gesicherten Villa der Benkos aufbewahrt worden seien. Die Richterin meinte dagegen, theoretisch sei vieles möglich.

Die Verteidigung versuchte, die Anklagepunkte zu zerpflücken. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft sei nicht belegt und im Grunde „Hokuspokus“, so der Anwalt des Investors, Norbert Wess. Es sei „unglaublich einseitig ermittelt“ worden, sagte der Anwalt von Nathalie Benko, Michael Hohenauer. Es gebe plausible Erklärungen für die Vorgänge. Die Verteidigung argumentierte, dass Uhren-Geschenke in dieser Dimension bei sehr vermögenden Menschen nicht ungewöhnlich seien. Benko sei damals auf dem Höhepunkt seines Erfolgs gewesen.

Der Insolvenzverwalter Andreas Grabenweger verwies in seiner Zeugenaussage darauf, dass es Ungereimtheiten beim Vermögensverzeichnis von René Benko gegeben habe. Es sei ihm noch nie passiert, dass ein Schuldner erkläre, null Bargeld zu haben. Schon das habe ihn stutzig gemacht, sagte Grabenweger. In Presseberichten sei außerdem von einer wertvollen Uhrensammlung des Investors die Rede gewesen. Stattdessen habe Benko ihm aber nur drei Uhren präsentiert.

Das Strafmaß wird nicht mit zu einem früheren Urteil addiert

Benko war bereits im Oktober vom Landesgericht seiner Heimatstadt Innsbruck zu zwei Jahren Haft wegen der Schädigung seiner Gläubiger verurteilt worden. Der Investor bezeichnet sich als „nicht schuldig“. Das erste Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Strafmaß im zweiten Verfahren wird nicht einfach addiert. Stattdessen wird nach Rechtskraft des ersten Urteils ein gesamtes Strafmaß gebildet. Der 48-Jährige sitzt seit Januar 2025 in Untersuchungshaft.

Benko hatte mit seinem verschachtelten Immobilien- und Handelsimperium Signa etwa 20 Jahre lang ein Vermögen angehäuft. Zu Glanzzeiten wurde der gebürtige Tiroler als fünffacher Milliardär gehandelt. Steigende Zinsen und risikoreiche Zukäufe, etwa der deutschen Warenhauskonzerne Karstadt und Kaufhof trieben Signa in die Insolvenz.

Der Schuldenberg beträgt nach Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform etwa 40 Milliarden Euro, in denen aber auch viele Ansprüche der mehr als 1000 Signa-Gesellschaften untereinander enthalten sind. Rund um die Signa-Pleite ermittelt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien (WKStA) in 14 Strängen. Es gilt als sicher, dass dem Ex-Milliardär weitere Prozesse drohen.

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