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Infosys-Chef Vishal Sikka:"Du fühlst dich schlecht, wenn du eine gute Welle verpasst"

Vishal Sikka

Seit einem Jahr ist Visham Sikka Chef von Infosys. Seinen Wohnsitz in Kalifornien hat er deshalb aber nicht aufgegeben.

(Foto: AP)

Lange war er bei SAP, inzwischen leitet Vishal Sikka den indischen Software-Konzern Infosys. Inspirieren lässt er sich vom Surfen - und von Hermann Hesse.

Von Max Hägler und Ulrich Schäfer

Wie das funktioniert, ein Unternehmen mit 190 000 Beschäftigten aus der Ferne zu leiten? Vishal Sikka weiß es, er tut es: Er selbst ist meistens in Kalifornien, sein Unternehmen, der Software-Konzern Infosys, hat seinen Hauptsitz aber in Bangalore in Indien. Für die Fernarbeit braucht es Inspiration, erzählt Sikka im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die zieht er nicht aus Managementbüchern oder Excel-Tabellen. Sikka liest lieber Hesse. Mehr als 20 Mal hat der gebürtige Inder den "Siddhartha" schon gelesen, hat sich selbst auf diese Reise begeben, bei der aus Wissen irgendwann Weisheit wird.

Und was heißt schon Ferne für einen, der sich mit Vernetzung beschäftigt? Die sei "überall und nirgends", sagt Sikka. "Selbst wenn ich die meiste Zeit in Bangalore wäre, würden mich die 32 000 Mitarbeiter in Pune nicht sehen und auch nicht die in Hyderabad." Dank der Digitalisierung sei es möglich, sich jederzeit mit jedem Menschen austauschen - auch wenn er auf der anderen Seite der Erde sitzt.

Arbeit abseits der Öffentlichkeit

Was digital dagegen nicht geht, ist Surfen mit Brett. Drei davon hat Sikka in der Garage. "Du fühlst dich schlecht, wenn du eine gute Welle verpasst", sagt er. "Und doch ahnst du die Größe des Meeres, das so viel älter ist als du. Und weißt, dass noch viele Wellen kommen, die du erwischen kannst."

Seit einem Jahr ist Sikka, der inzwischen die US-Staatsbürgerschaft besitzt und lange mit Deutschen gearbeitet hat, nun für einen Konzern aus seiner Heimat tätig: Infosys aus Bangalore arbeitet zwar abseits der großen Öffentlichkeit - dort aber für Kunden wie BMW, Daimler oder General Electrics.

Was Sikka bei deutschen Autokonzernen in Sachen Digitalisierung beobachtet und warum er sein deutsches Auto liebt: Lesen Sie das ganze Interview mit SZplus.

© SZ.de/sry/jasch
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