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Inflation:Ein Ei für 320 Milliarden Mark

Extreme Inflation sorgte in der Geschichte immer wieder für Chaos - auch in Deutschland.

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Polizist bewacht Geldscheine in der Inflation, 1923

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Auch in Deutschland gab es eine Phase der Hyperinflation: In der Weimarer Republik verlor die Reichsmark bis 1923 enorm an Wert. Das war eine Folge des Ersten Weltkrieges, der das Deutsche Reich viel Geld gekostet hatte. Um die Schulden zu zahlen, brachte die Regierung immer mehr Geld in Umlauf. Rasch verlor es an Wert. Hier bewacht ein Polizist Papiergeld, das zur Verbrennung bereitsteht.

Porto auf einem Brief aus Deutschland während der Inflation, 1921

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Auf diesen Brief aus Deutschland musste der Absender 1921 wegen der Inflation viele Briefmarken kleben. Auf den meisten Briefmarken steht ein Wert von 20 Milliarden Mark, insgesamt kostete der Versand des Briefes nach London etwa 1,1 Billionen Mark.

Tauschhandel mit Naturalien, 1923

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Weil das Papiergeld keinen Wert mehr hatte, wichen die Deutschen auf den Tauschhandel mit Naturalien aus. Im Berliner Schlosspark-Theater kostete die billigste Theaterkarte 1923 zwei Eier, die teuerste Karte ein Pfund Butter. Wenn man ein Ei mit Geld bezahlen wollte, kostete es während der Hyperinflation bis zu 320 Milliarden Mark.

Simbabwe hofft weiter vergeblich auf die Wende

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Auch im 21. Jahrhundert gibt es Staaten, die mit Hyperinflation kämpfen. Zum Beispiel Simbabwe: Im Jahr 2008 kostete ein einfaches Hemd in diesem Geschäft in Harare 432 000 Simbabwe-Dollar.

10 Billionen-Geldschein in Simbabwe

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Um dem massiven Wertverfall gerecht zu werden, druckte die Zentralbank neue Banknoten - wie hier mit einem Wert von zehn Billionen Simbabwe-Dollar. Ein Pfund Brot kostete bis zu 100 Billionen Simbabwe-Dollar. Schließlich musste Diktator Robert Mugabe (bis 2017 an der Macht) die eigene Währung suspendieren und den Zahlungsverkehr mit ausländischen Währungen zulassen, etwa Euro oder US-Dollar. Tatsächlich ließ sich so die Inflation in Simbabwe zumindest kurzfristig dämpfen.

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Besonders dramatisch ist die Lage derzeit in Venezuela. Hier zählt ein Mann auf einem Markt in Caracas, wie viele 1000-Bolivar-Scheine er dabeihat. Der Internationale Währungsfonds sagt voraus, dass die Inflation in Venezuela in diesem Jahr eine Million Prozent erreichen könnte. Das hätte dramatische Folgen für die Lebensbedingungen der Menschen.

Crisis In Venezuela Sends Migrants Across Border To Colombia

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In Venezuela herrscht seit Jahren eine heftige Wirtschaftskrise. Auf diesem Bild aus dem Jahr 2016 ist zu sehen, wie Venezolaner an der Grenze stapelweise Bolivar-Scheine in kolumbianische Pesos tauschen. Mit dem Geld wollen sie im Nachbarland Lebensmittel, Medizin und andere dringend benötigte Güter kaufen.

Venezuelans waiting to get cash from dispenser

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Viele Venezolaner versuchten schon 2016, ihr Geld vom Konto zu holen. Damals lag die Inflationsrate bei bis zu 800 Prozent, in diesem Jahr könnte sie neue Rekordwerte erreichen.

© SZ.de/vd/hgn/gba

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