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Import- und Exportbilanz:China ist größte Handelsnation der Welt

China hat 2013 Güter im Wert von mehr als vier Billionen Dollar importiert und exportiert.

(Foto: AFP)

Den Titel des Exportweltmeisters hat China Deutschland schon lange abgenommen. Jetzt hat das Land in der Gesamtbilanz von Ein- und Ausfuhren die USA überholt - obwohl die chinesische Regierung ihr eigenes Wachstums-Ziel verfehlt hat.

Darf man einigen Historikern glauben, ist die folgende Nachricht gar keine. Sie glauben nämlich, dass China 2013 nicht zum ersten Mal zur größten Handelsnation aufgestiegen ist - sondern es bereits zeitweise während der Qing-Dynastie war, also zwischen 1644 und 1912. Andere wiederum bezweifeln das, weil die Herrscher damals gar nicht so interessiert am grenzüberschreitenden Handel gewesen sein sollen. So oder so: Belastbare Zahlen über die damalige Zeit gibt es keine, dafür aber neue Daten von der chinesischen Regierung zum Jahr 2013.

Im vergangenen Jahr war China sehr wohl am grenzüberschreitenden Handel interessiert: Der Wert der chinesischen Ein- und Ausfuhren lag bei mehr als vier Billionen Dollar, teilt die Regierung des Landes mit. China ist damit die weltweit stärkste Handelsmacht.

Das Land überholte die USA. Deren Behörden legen ihre Zahlen für 2013 zwar erst im Februar vor, von Januar bis November lag der Wert der amerikanischen Importe und Exporte allerdings bei 3,6 Billionen Dollar. Damit ist so gut wie sicher, dass die USA im Dezember nicht mehr an China vorbeiziehen konnten.

"Das ist ein Meilenstein für den Auslandshandel unserer Nation", sagte der chinesische Chefstatistiker Zheng Yuesheng. Der Wert des chinesischen Handels hat sich in den vergangenen Jahrzehnten etwa alle vier Jahre verdoppelt. Bereits 2009 hatte China den Deutschen ihren Titel als Exportweltmeister abgenommen. Nach Zahlen der Welthandelsorganisation WTO lag China 2012 mit seiner gesamten Handelsbilanz nur 15 Milliarden Dollar hinter den USA.

Im vergangenen Jahr konnte China den westlichen Konkurrenten nun einholen, obwohl die offiziellen Ziele der Regierung verfehlt wurden: Mit 7,6 Prozent lag das Wachstum des chinesischen Handels unter der Zielmarke von acht Prozent.

In den vergangenen Jahren hat sich das Wachstum zunehmend abgeschwächt. Aktuell machen den chinesischen Unternehmen die unsichere Weltwirtschaftslage, eine stärkere Landeswährung Yuan und steigende Arbeitskosten zu schaffen. Gleichwohl dürfte 2014 nach Einschätzung von Experten wieder besser laufen, weil eine steigende Nachfrage aus Europa und den USA erwartet wird.

© Süddeutsche.de/Reuters/bero/sana
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