WohnungsmarktImmobilienpreise in Deutschland steigen langsamer

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Neubaugebiet in München
Neubaugebiet in München
Robert Haas

Häuser und Wohnungen verteuerten sich von Januar bis März um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

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Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien in Deutschland hat sich zu Jahresbeginn für das vierte Quartal in Folge abgeschwächt. Häuser und Wohnungen verteuerten sich von Januar bis März um durchschnittlich 1,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Der deutsche Immobilienmarkt hatte sich im vergangenen Jahr von seinem schlimmsten Einbruch seit Jahrzehnten erholt: Im vierten ⁠Quartal gab es ein Plus von 2,6 Prozent, im dritten Vierteljahr von 3,2 Prozent, im zweiten von 3,3 Prozent und Anfang 2025 von 3,8 Prozent.

Analyst Benedikt Horwedel von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sprach von einem „deutlichen Dämpfer im ersten Quartal“. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen sagen für ‌das Gesamtjahr einen Preisanstieg von 1,8 Prozent voraus, der sich ‌auf drei Prozent in den kommenden beiden Jahren beschleunigen soll. „Treibender Faktor bleibt nach wie vor die Wohnraumknappheit“, sagte Horwedel. Auch in den kommenden Jahren dürfte das Angebot die Nachfrage nicht decken.
Die Preise entwickeln sich regional unterschiedlich. Für Eigentumswohnungen zahlten Käufer im ersten Quartal in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In kreisfreien Großstädten zogen die Preise um 2,9 Prozent an. In den sieben größten Städten Deutschlands (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf) fiel der Preisanstieg mit ‌0,3 Prozent deutlich geringer aus. In den dicht besiedelten ländlichen Kreisen fielen die Preise sogar um 0,4 Prozent.

Für Ein- ‌und Zweifamilienhäuser war der Preisanstieg in ‌den sieben größten Städten 1,4 Prozent am stärksten, gefolgt von den kreisfreien Großstädten mit plus 1,2 Prozent. In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen hingegen zahlten Käufer für Ein- und Zweifamilienhäuser im Durchschnitt 0,8 Prozent weniger.
Experten zufolge bleiben viele Kaufinteressenten derzeit vorsichtig. Sie verweisen auf geopolitische Risiken, steigende Arbeitslosigkeit und ‌langsameres Lohnwachstum. Zudem hat der Iran-Krieg die Inflation angeheizt und die Bauzinsen nach oben getrieben. „Die Erschwinglichkeit bleibt ein Problem“, betonte ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski kürzlich.„Das Risiko ist hoch, dass das Durchschnittsalter von Erstkäufern weiter steigen wird.“

Das Bauhauptgewerbe meldete für April einen leichten Auftragsanstieg von real 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der von staatlichen Großaufträgen geprägte Tiefbau kam dabei auf ⁠ein Plus von 7,4 Prozent. Der Hochbau – in dem auch der Wohnungsbau ‌steckt – meldete dagegen ‌ein Minus von 6,5 Prozent. „Die Investoren halten sich angesichts der Unsicherheiten und partieller Preissteigerungen bei Baumaterialien mit neuen Aufträgen deutlich zurück“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller.

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