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Immobilienmarkt:Deutschland fehlen leere Wohnungen

Schwierige Bedingungen für Mieter: Auf dem deutschen Immobilienmarkt gibt es kaum leerstehende Wohnungen. Das wird vor allem in manchen Großstädten zum Problem.

Peer Steinbrück will die steigenden Mieten zu einem Hauptthema im Wahlkampf machen. Vor allem in Großstädten wie München, Frankfurt, Berlin, Stuttgart oder Düsseldorf müssen die Bürger einen immer größeren Anteil ihres Einkommens auf das Wohnen verwenden - diese Menschen hofft der SPD-Kanzlerkandidat für seinen Partei zu gewinnen.

Ob das gelingt, ist ungewiss. Ein Indiz dafür, dass die Wohnungspolitik in Zukunft wichtiger werden könnte, sind allerdings die Mietpreise, die in größeren Städten bereits seit Jahren deutlich steigen. Doch die Situation auf dem Mietmarkt lässt sich auch an einem anderen Indikator gut ablesen: dem Anteil der Leerstände. Einer Studie des Forschungsinstituts Empirica zufolge, über das zuerst die Welt berichtet hat, standen in Deutschland im Jahr 2012 nur 3,2 Prozent aller marktgängigen Wohnungen leer.

Damit gehe der Wohnungsleerstand bereits im sechsten Jahr hintereinander zurück. "Von einer Wohnungsnot kann man nicht sprechen", sagt Empirica-Vorstand Reiner Braun zwar. In etwa 20 Städten gebe es gleichwohl schon jetzt Engpässe.

Das verdeutlicht auch ein genauerer Blick auf die Zahlen: So gibt es in München etwa nur einen Leerstand von 0,6 Prozent, auch in Hamburg stehen nur 0,7 Prozent aller Wohnungen leer. Die höchsten Leerstandsquoten gibt es dagegen in Salzgitter (11,7 Prozent) Chemnitz (10,4) und Schwerin (9,9).

Grundlage der Zahlen bilden die Bewirtschaftungsdaten des Maklerdienstleisters CBRE, der 600.000 Wohneinheiten verwaltet. Außerdem flossen Analysen und Schätzungen des Statistischen Bundesamtes mit ein. Die Leerstandsdaten beziehen sich dabei auf sogenannte Geschosswohnungen, für die erstmals seit Jahren wieder aktuelle Informationen vorliegen.

Unterscheiden, so Empirica-Vorstand Braun müsse man dabei zwischen dem "marktaktiven Leerstand", also jenen 3,4 Prozent der Wohnungen, die sofort vermietbar oder jedenfalls "mittelfristig aktivierbar" sind und dem totalen Leerstand, der auch unbewohnbare Gebäude einschließt. Der marktaktive Leerstand habe Ende 2011 720.000 Wohneinheiten betragen, der totale Leerstand lag dagegen weit höher: Bei 1,6 Millionen Geschosswohnungen.