Süddeutsche Zeitung

Wohnen:Zahl der Baugenehmigungen rutscht weiter ab

In Deutschland wird nicht genug gebaut, um die Nachfrage nach Wohnraum zu stillen. In Zukunft könnte sich die Lage noch verschärfen, wie die aktuellen Zahlen zeigen.

Die Flaute am Bau hält auch im neuen Jahr an: Im ersten Quartal ist die Zahl der Genehmigungen für neue Häuser und Wohnungen um fast ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von Januar bis März gaben die Behörden demnach grünes Licht zum Bau von nur 53 500 Wohnungen - 15 200 weniger als zu Jahresbeginn 2023. Vor allem teure Materialien und höhere Zinsen bei der Finanzierung schrecken viele potenzielle Bauherren und Investoren ab. Die Branche ruft deshalb seit Langem nach mehr staatlichen Staatshilfen und Lockerungen bei teureren Baustandards, etwa in puncto Energieeffizienz.

Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der Baugenehmigungen mit rund 260 000 auf den tiefsten Stand seit 2012 eingebrochen. Das Bundesbauministerium sprach in einer Reaktion von "gleichbleibend wenig erfreulichen" Zahlen. Eine Sprecherin verwies zugleich auf viele Förderprogramme, die die Regierung aufgelegt habe, um die Bauwirtschaft zu stabilisieren. Allerdings gebe es derzeit einen Überhang von knapp 900 000 Wohnungen, die zwar bereits genehmigt sind, aber noch nicht gebaut wurden.

Die Ampel-Koalition hatte das Ziel ausgegeben, dass jährlich 400 000 neue Wohnungen gebaut werden sollten. 2022 waren es aber nur rund 295 000 und im vorigen Jahr etwa genauso viele, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtete. Die Statistiker veröffentlichen die Zahl in der kommenden Woche.

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SZ/Reuters
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