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Immobilien:Spätsommer: Das Ausgeizen der Tomaten lohnt sich weiterhin

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Münster (dpa/tmn) - Tomaten muss man regelmäßig ausgeizen. So nennen Experten das Entfernen von Seitentrieben. Besonders in der ersten Wachstumsphase sollte man dies machen, damit die Pflanze nicht zu viel Energie für die Entwicklung von Seitentrieben verschwendet - und stattdessen mehr davon in die Bildung von Früchten stecken kann.

Die Gartenexperten des Eigenheimerverbandes Bayern raten auch im August noch dazu, um den Pflanzenaufbau luftig zu halten. Denn das vermindert grundsätzlich die Gefahr von Kraut- und Braunfäule. Der Pilzbefall könne sich gerade Ende August durch kühlere Nächte sehr schnell verbreiten, heißt es im "Eigenheimer Magazin" (August 2022).

Pilzkrankheiten vernichten die Ernte

Die Kraut- und Braunfäule kann die gesamte verbleibende Ernte vernichten. Die Krankheit erkennt man so: Auf der Oberseite älterer Tomatenblätter bilden sich graugrüne, später braune Flecken. Auf der Unterseite zeigt sich bei hoher Feuchtigkeit ein grauweißer Belag. Auf den Früchten verursacht der Pilz braune, eingesunkene Flecken. Diese können bis tief in das Fruchtfleisch reichen.

Aber: Es gibt viele Züchtungen, die ohne Ausgeizen auskommen. Etwa Buschtomaten, deren Spitzentrieb genauso wie die Seitentriebe immer in einer Blüte enden.

Erfahrungen aus dem gewerblichen Pflanzenanbau

Ein typischer Tipp für den Spätsommer: Beim Entfernen der Blätter sollte man die obersten Triebe kappen. Das soll zum Saisonende den Tomatenstock entlasten. Sonst wächst die Pflanze weiter und weiter - und dieser Kraftaufwand entzieht den schon angelegten Früchten dann die Energie zum Ausreifen.

Am besten entfernt man die Spitzen, wenn die Pflanzen den sechsten oder siebten Fruchttrieb ausbilden oder der Stock das obere Ende seiner Stütze oder des Spanndrahtes erreicht. Oft wird als Zeitpunkt dafür Mitte August genannt.

Dem Rat widersprechen inzwischen aber manche Experten. Es habe sich im gewerblichen Tomatenanbau im Gewächshaus als günstiger erwiesen, die Pflanzen nicht zu köpfen, so die Landwirtschaftskammer NRW. Denn dann kann man noch eine Gegenmaßnahme ergreifen, falls Pilzkrankheiten auftreten - nämlich das befallene Laub abnehmen.

© dpa-infocom, dpa:220811-99-355252/2

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