Immobilien:Münchner mieten fast dreimal so teuer wie Dortmunder

Wohnhaus in München, 2015

Wohnhaus in München.

(Foto: lukasbarth.com)

Aktuelle Zahlen zeigen: Eine Wohnung mieten, das ist in vielen deutschen Großstädten extrem teuer geworden. Die Unterschiede sind teils gewaltig.

Nur wenige Themen bewegen Deutschland derzeit so sehr wie die steigenden Mieten in den Ballungszentren. Bezahlbares Wohnen, das ist in Städten wie München oder Hamburg längst nicht mehr selbstverständlich. Zwar wurden alleine im vergangenen Jahr bundesweit 277 000 neue Wohnungen fertiggestellt, viele davon in Städten. Doch auch das reicht bislang nicht aus, um den Preisanstieg abzumildern. Die von der Großen Koalition einfgeführte Mietpreisbremse hat sich ebenfalls als schwaches Instrument gegen explodierende Wohnkosten erwiesen.

Eine aktuelle Auswertung des Portals Immowelt zeigt nun, wieviel das Wohnen in deutschen Städten derzeit kostet. Der Betreiber hat hierfür die angebotenen Nettokaltmieten von mehr als 60 000 Wohnungsinseraten im ersten Halbjahr 2017 ausgewertet. Grundlage sind Mietwohnungen und -häuser mit drei bis vier Zimmern, Balkon und einer Wohnfläche zwischen 81 und 105 m². Zu berücksichtigen ist, dass nur neue Angebote in das Ranking einfließen. Alte Mietverträge sind nicht enthalten, ebenso wenig wie Wohnungen, die "unter der Hand" vergeben werden. Und doch zeigt die Auswertung ein klares Bild: Wohnen ist in vielen deutschen Städten eine teure Angelegenheit.

München ist erneut der Spitzenreiter. Wer sich hier nach einer Wohnung umschaut, muss eine Menge Geld mitbringen. 1500 Euro kosten drei bis vier Zimmer im Monat (Median). Dass die bayerische Landeshauptstadt vorne liegt, ist wenig überraschend. Das Ranking zeigt allerdings auch, wie eklatant die Unterschiede zu anderen Großstädten sind, in denen die Lage für Mieter ebenfalls als angespannt gilt. In der zweitteuersten deutschen Stadt, Frankfurt am Main, ist die Durchschnittsmiete mit 1170 Euro immerhin um 330 Euro günstiger. In Hamburg haben Mieter etwa 500 Euro mehr über (1030 Euro Miete im Median).

Wer deutlich günstiger wohnen will, muss die großen Metropolen verlassen. Für Dortmund, Schlusslicht der Liste, weist Immowelt Mieten von 570 Euro aus - fast ein Drittel des Münchner Mietniveaus. Und auch in Hannover, Bremen oder Nürnberg liegen die Preise deutlich niedriger als in Deutschlands Milllionenstädten. Zu berücksichtigen ist, dass die Einwohner in teuren Städten häufig auch mehr Geld zur Verfügung haben. München etwa hat laut Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) eine Kaufkraft, die etwa 35 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt. Dennoch: Die Unterschiede bei den Mieten sind meist noch deutlich größer. So sind die Mieten in der bayerischen Landeshauptstaft mehr als doppelt so hoch, wie im Bundesdurchschnitt (670 Euro).

© SZ.de/jps/mahu
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