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Immobilien:In bester Gesellschaft

Schlafen wie die Stars: Die ehemaligen Villen von Bob Marley und Cher werden verkauft.

Von Angelika Slavik, Hamburg

Ein schönes Zuhause kann man ja gar nicht hoch genug bewerten, das weiß man spätestens, seit man wochenlang daheim rumgehangen hat. Mancher erwägt nun vielleicht sogar umzuziehen - ein bisschen Tapetenwechsel kann ja nicht schaden, nicht wahr? Doch während die meisten Durchschnittsverdiener vor allem praktische Überlegungen anstellen - nicht direkt an der Autobahn wäre super - gibt es für Käufer mit erweitertem Budget in diesen Tagen gleich zwei Häuser auf dem Markt, die Interesse wecken sollen - nicht zuletzt wegen prominenter Vorbesitzer.

La Randa, ehemalige Villa von Bob Marley

Lust auf einen Tapetenwechsel? Die frühere Immobilie von Bob Marley ...

(Foto: Ronnie Archer/Engel&Völkers)

Auf den Bahamas könnte man etwa die ehemalige Villa von Bob Marley erwerben. "La Randa" heißt das Anwesen in der Hauptstadt Nassau, das Marleys Witwe Rita bis vor Kurzem noch bewohnt hat. Drei Schlafzimmer, drei Badezimmer und ein Tunnel zum Meer, der während der Prohibition zum Schmuggeln verwendet worden sein soll, sind im Angebot, dazu ein Gästehaus mit Meerblick. Zu haben für eine Million US-Dollar - in München bekommt man dafür nichts Vergleichbares.

Ehemaliges Anwesen von Cher

... und das alte Anwesen von Cher suchen neue Besitzer mit dem passenden Budget.

(Foto: Ronnie Archer/Engel&Völkers)

Deutlich teurer ist da schon das ehemalige Anwesen von Pop-Ikone Cher: 22 Millionen Dollar hat das Maklerunternehmen Engel & Völkers für die Villa veranschlagt,

sie liegt auf La Gorce Island, einer künstlichen Insel, die zu Miami Beach gehört. Bevor Spötter nun sagen, die Hütte sei bestimmt gut in Schuss, schließlich kenne sich kaum jemand besser mit Renovierungsmaßnahmen aus als die alterslose Cher: Man muss wissen, dass es sie nur drei Jahre in diesem Haus gehalten hat, von 1993 bis 1996, danach wollte sie lieber anderswo nächtigen. Sooner or later we all sleep alone hat Cher mal gesungen, früher oder später schläft jeder allein. Das ist, zugegeben, nicht besonders optimistisch - aber vielleicht wäre es im Bedarfsfall ja tröstlich zu wissen, dass man seinen Herzschmerz wenigstens in einer Hütte zelebriert, in der auch schon ein Popstar allein hat schlafen müssen?

Kai Enders ist Vorstand bei Engel & Völkers, die die Promi-Villen anbieten. Er sagt, für den Verkaufspreis spiele ein prominenter Vorbesitzer meist keine Rolle. Es sei "extrem unwahrscheinlich, einen enthusiastischen Fan zu finden, der die entsprechenden finanziellen Mittel hat und dann auch noch genau so eine Immobilie an genau diesem Ort sucht". Manchmal werden Promi-Häuser sogar zu echten Ladenhütern: Die Neverland Ranch von Michael Jackson etwa steht seit 15 Jahren leer, ein Käufer will sich partout nicht finden - auch nicht im Sonderangebot: 2015 wurde die Ranch vom Eigentümer, dem US-Unternehmen Colony Capital, mit 100 Millionen Dollar gelistet. Nach zwei Jahren und keinem Käufer in Sicht sank der Preis auf 67 Millionen, mittlerweile ist Neverland für 31 Millionen Dollar zu bekommen. "Es gibt Millionen Michael-Jackson-Fans auf der ganzen Welt, aber keiner von denen benötigt so ein riesiges Anwesen", sagt Makler Enders. Trotzdem sei die Geschichte von einem prominenten Vorbesitzer immerhin eine beliebte Anekdote, die die Besitzer geschichtsträchtiger Häuser ihren Gästen erzählen könnten. Und die echten Fans, denen bloß die Millionen fehlen? Die können sich im Internet die Fotos ansehen und denken: wenigstens kein Umzugsstress.

© SZ vom 07.09.2020

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