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Immobilien:Womit Hauskäufer rechnen müssen

Wohnungsbau

Einig sind sich Schwarz, Gelb und Grün, dass mehr Wohnungen gebaut werden müssen, damit sich die Immobilienmärkte entspannen. CDU und CSU haben gar das Ziel ausgerufen, während der nächsten Legislatur sollten 1,5 Millionen Wohnungen entstehen - 50 Prozent mehr als bislang.

Die Grünen setzen weniger auf Quantität, fordern stattdessen, es müssten mehr preiswerte und sozial gebundene Wohnungen gebaut werden. Deshalb solle der Bund sein Fördergeld für den sozialen Wohnungsbau aufstocken, auf zwei Milliarden Euro pro Jahr. Das wäre Verhandlungssache. Einig sind sich die Parteien, dass die Bundesländer die Bauförderung auch wirklich für neue Sozialwohnungen einsetzen sollten. Viele Länder nahmen das in den vergangenen Jahren nicht genau. Die FDP will diese Zweckbindung festschreiben.

Union und Liberale setzen sich dafür ein, den Wohnungsbau steuerlich zu fördern. Sie wollen den Abschreibungssatz für Wohnimmobilien von zwei auf drei Prozent erhöhen. Hintergrund ist, dass sich die technischen und energetischen Anforderungen so schnell ändern, dass man ein Gebäude eher nach 33 statt nach 50 Jahren als abgeschrieben ansehen sollte. Die Grünen lehnen den höheren Abschreibungssatz jedoch ab, weil er den falschen Anreiz gebe, Immobilien mit schnellerem Verschleiß zu bauen. Steuererleichterungen fordern die Grünen für gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen.

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Hier droht ein ähnlicher Zwist wie in der vergangenen Legislaturperiode, als sich die große Koalition nicht auf eine Sonderabschreibung für den Wohnungsbau einigen konnte. Damals bestand die SPD darauf, dass die Subvention nur für Bauherren gelten sollte, die bezahlbare Mieten garantieren - mit der Folge, dass es bis heute keine zusätzliche steuerliche Förderung des Wohnungsbaus gibt. In jedem Fall ist das 1,5-Millionen-Ziel der Union ambitioniert, wenn man berücksichtigt, dass Baufirmen, Handwerker und Genehmigungsbehörden schon jetzt so stark ausgelastet sind wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und in Großstädten wie Köln, Frankfurt oder Stuttgart gab es zuletzt immer weniger Grundstücke, die für den Wohnungsbau verkauft werden konnten.

Immobilienkäufer

Anders als bei einer Fortsetzung der großen Koalition könnten sich Familien unter Schwarz-Gelb-Grün nicht sicher sein, ob der Staat künftig ihren Immobilienkauf unterstützen würde. Nur die Union fordert, dass der Bund Immobilienkäufern künftig ein Baukindergeld von 1200 Euro pro Kind und Jahr zahlen sollte - zehn Jahre lang, damit Familien mehr finanziellen Spielraum haben, um ihren Baukredit abzuzahlen. Mit der SPD, die ebenfalls Eigenkapitalzuschüsse für Familien anregt, wäre man sich hier schnell einig geworden.

Immerhin sprechen sich sowohl Union als auch FDP dafür aus, Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer einzuführen. Bis auf Bayern und Sachsen haben in den vergangenen Jahren alle Bundesländer diese Steuer erhöht - auf bis zu 6,5 Prozent des Kaufpreises. Wie weit eine Jamaika-Regierung Immobilienkäufern entgegenkäme, dürfte aber davon abhängen, wie viel soziale Wohnraumförderung die Grünen auf der anderen Seite durchsetzen würden.

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