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Immobilien - Berlin:Studie: Mehr neue Mietwohnungen bei Neubauten in Berlin

Berlin (dpa/bb) - Bei Neubauten in Berlin entstehen nach einer Studie zunehmend Mietwohnungen. Im Herbst waren gut 26 000 Wohnungen geplant oder im Bau, die zur Vermietung gedacht sind, wie die Bank Berlin Hyp und das Maklerhaus CBRE am Mittwoch mitteilten. Das entsprach rund 61 Prozent der insgesamt rund 43 000 Wohnungen in laufenden Projekten. Im Vorjahr waren es knapp 57 Prozent. Bereits zuvor war der Anteil gewachsen.

Jahrelang waren neue Wohnungen in Berlin vorwiegend als Eigentumswohnungen angeboten worden. Jetzt nimmt das Angebot für Mieter zu - jedenfalls wenn sie zahlungskräftig sind.

Denn der jährliche Wohnmarktreport registriert auch 2019 steigende Mieten. Im Mittel verlangen die Eigentümer beim Mieterwechsel demnach nun monatlich 10,34 Euro kalt je Quadratmeter, das sind 5,6 Prozent mehr als im Vorjahr. "Auch wenn sich das Mietpreiswachstum in Berlin ein wenig verlangsamt hat, ist darin kein Trend zu erkennen", sagte Gero Bergmann, Vorstandsmitglied der Berlin Hyp. "Vielmehr entsprach die Steigerung ungefähr dem Niveau von 2016."

"Eine Innenstadt, in der Haushalte mit mittlerem und niedrigem Einkommen keine Wohnung mehr finden, darf es nicht geben", warnte der Berliner Mieterverein. Er unterstützt die Forderung, nach Wiener Vorbild mittelfristig die Hälfte des Berliner Mietwohnungsbestandes in ein gemeinwohlorientiertes Angebot umzuwandeln.

Bau- und Wohnungsunternehmen forderten dagegen, den Neubau weiter anzukurbeln - auch auf bislang weitgehend unbeachtete Flächen: auf Bürogebäuden, Parkhäusern und Discountern. Schon der Senat hatte allein an 330 Standorten mit eingeschossigen Lebensmittelmärkten ein Potenzial für 14 000 bis 36 000 Wohnungen ausgemacht.

Eine Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts Hannover im Auftrag von Bau- und Immobilienverbänden sieht mit 22 000 bis 38 000 ähnliche Größenordnungen. Weitere 38 000 bis 46 000 seien möglich, wenn man Büro- und Verwaltungsgebäude aufstocke. Bislang wurde das Potenzial aber kaum genutzt.

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