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Ikea steigt ins Hotelgeschäft ein:Wohnst du noch oder schläfst du schon?

Häuser statt Möbel: Ikea steigt 2013 ins Hotelgeschäft ein. Damit will das Möbelhaus Budget-Design-Hotels wie Motel One Konkurrenz machen. Auch Studenten sollen bald in Apartments der Schweden einziehen.

Viele Deutsche wohnen bereits mit Ikea, schon bald wohnen sie vielleicht in Ikea. Die schwedische Möbelkette will schon 2013 erste Budget-Design-Hotels und Studentenwohnheime in Deutschland eröffnen. Die Schwestergesellschaft Inter Ikea plant mindestens 100 Hotels in Europa. Wo genau das erste deutsche Ikea-Hotel eröffnen wird, steht noch nicht fest. "Wir werden in wenigen Wochen den ersten Standort für unser Budget-Hotel in Deutschland verkünden und stehen mit Hotelbetreibern in Verhandlungen, um unser Konzept zügig umzusetzen", sagte Harald Müller von Inter Ikea der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Aufbau eines eigenständigen Betreibers für den europäischen Markt soll folgen. Vorerst soll ein Partner mit Erfahrung in der Hotelbranche Inter Ikea beim Aufbau ihrer Hotelkette unterstützen.

Ikea-Town im Londoner East End: Ikea steigt ins Hotelgeschäft ein

So sollen sie aussehen, die Stadtteile, die Inter Ikea plant. Die Grafik zeigt den Blick auf das Projekt der Schwesterfirma des schwedischen Möbelhauses am Three Mills Wall River in London.

(Foto: dpa)

Inter Ikea macht damit Budget-Design-Hotels Konkurrenz, vor allem Motel One. Die von dem ehemaligen Accor-Hotelmanager Dieter Müller gegründete Kette ist deutschlandweit mit 38 Hotels und mehr als 8000 Betten erfolgreich. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Motel One ein Umsatzplus von 48 Prozent bei einer guten durchschnittlichen Auslastung von 70 Prozent. Das Unternehmen versucht, Kunden mit billigen Preisen und Design-Einrichtung anzulocken. Nach FAZ-Informationen sind Budget-Design-Hotels das mit Abstand wachstumsträchtigste Segment im Hotelsektor.

Bei Inter Ikea sind auch die Immobiliengeschäfte von Ikea gebündelt. So will das Unternehmen laut FAZ nicht nur Hotels aufbauen, sondern ganze Stadtteile entwickeln. Auf brachliegenden Industriearealen und durch Abriss freiwerdenden Flächen in Innenstädten sollen Wohnungen, Büros, Geschäfte und eben Hotels entstehen. Ein solches Projekt soll für London in der Nähe des Olympiaparks geplant sein.

Inter Ikea will außerdem Wohnungen für Studenten auf dem Gelände von Universitäten errichten. "Wir bewirtschaften die von uns gestalteten Gebäude nur für einen befristeten Zeitraum und übergeben dann die Objekte zum symbolischen Wert von einem Euro an die Universität, die sie weiter betreiben kann", so Müller in FAZ. Konkrete Pläne gibt es noch nicht, aber laut Müller Interesse seitens der Universitätsstädte.

Der Name der künftigen Hotelkette soll allerdings nichts mit dem Möbelhaus zu tun haben - auch wenn die Inter Ikea gerade neun Milliarden Euro für die Markenrechte an Ikea von der Ikea-Stiftung gekauft hat. Dieser Kauf ist zwar nur ein interner Buchungsvorgang, beziffert aber ungefähr den Wert der Marke Ikea.

© Süddeutsche.de/dpa/webj/jab/rus

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