IG MetallDeutschlands größte Gewerkschaft rückt von der Vier-Tage-Woche ab

Fahnen der IG Metall.
Fahnen der IG Metall. (Foto: Friso Gentsch/dpa)

Weniger Arbeitszeit bei gleichem Gehalt? Das stehe derzeit nicht mehr auf der Liste der Forderungen der Gewerkschaften, sagt IG-Metall-Chefin Benner. Dafür sei die Lage in vielen Betrieben zu angespannt.

Deutschlands größte Gewerkschaft rückt offenbar von der Forderung ab, die generelle Arbeitszeit auf vier Tage zu reduzieren – bei gleichem Gehalt. „Eine Vier-Tage-Woche mit vollem Lohnausgleich steht aktuell nicht auf der gewerkschaftlichen Forderungsliste“, sagte Christiane Benner, die Vorsitzende der IG Metall, der Bild-Zeitung. „Das macht sie aber nicht weniger sinnvoll.“

Benner begründet dies mit der schwierigen konjunkturellen Lage in Deutschland. „Wir spüren gerade in vielen Betrieben die angespannte wirtschaftliche Situation“, sagte sie. „Es sind die Arbeitgeber, die deshalb die Arbeitszeit verkürzen – auf Kosten der Beschäftigten. Um das zu ändern, braucht es schnell Investitionen von der Politik, Entlastung der Bürger und Standorttreue von den Unternehmen.“

Ob die Beschäftigten hierzulande mehr Freizeit brauchen, ist derzeit ein heiß debattiertes Thema. Nicht zuletzt seit der neue Bundeskanzler Friedrich Merz die Deutschen dazu aufgefordert hat, wieder mehr zu arbeiten.

Mit ihrer generellen Forderung einer Arbeitszeitverkürzung trifft die IG Metall jedenfalls einen gesellschaftlichen Nerv: 80 Prozent der Vollzeit-Beschäftigten in Deutschland wünschen sich eine Vier-Tage-Woche, wie eine Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben hat. Andere Umfragen zeigen ein ähnliches Bild. Die IG Metall hatte daher bereits im Herbst 2023 erstmals in einer Tarifrunde gefordert, dass die Beschäftigten in der Stahlindustrie nur noch 32 Stunden die Woche arbeiten – ohne dabei Einkommen einzubüßen. Auch aus der SPD kam Unterstützung für dieses Vorgehen.

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SZ PlusVon Nikolaus Piper

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