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Tarifabschluss:Wie die Metaller ihre Jobs retten wollen

IG Metall

IG Metall hat sich mit den Arbeitgebern auf Tarifabschluss geeinigt.

(Foto: dpa)

IG Metall und die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Löhne sollen 2020 nicht erhöht werden.

Die IG Metall und die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben einen Weg gefunden, mit dem sie die vier Millionen Jobs in der Branche retten wollen. Ihre Repräsentanten in Nordrhein-Westfalen haben sich am Freitagmorgen auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, der nun bundesweit übernommen werden soll.

Wie die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband Metall NRW mitteilten, werden dazu die Löhne zumindest in diesem Jahr nicht erhöht, sondern bleiben konstant. Außerdem wurde eine Härtefall-Regelung für den Fall "langandauernder und hoher Betroffenheit" durch Kurzarbeit vereinbart. Dazu stellt jeder Betrieb einen Betrag zur Verfügung, der sich aus der Zahl der Beschäftigten dort multipliziert mit 350 Euro errechnet. Wie er konkret verwendet wird, sollen jeweils Geschäftsführung und Betriebsrat vereinbaren. Geld aus diesem Topf, das bis zum Jahresende nicht gebraucht wird, kann entweder zu gleichen Teilen an die Beschäftigten ausgezahlt werden, oder im Betrieb verbleiben, wenn dessen Lage es erfordert.

Firmen zeigen großes Interesse, Beschäftigte zu halten

Gewerkschaft und Arbeitgeber haben auch eine Einigung für Beschäftigte getroffen, die Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren haben und die nun daheim sind. Sie bekommen bis zu fünf Tage frei, unter Weiterzahlung des Lohns - müssen aber zuvor Resturlaub aufbrauchen und Arbeitszeitkonten abgebaut haben.

Der Präsident der nordrhein-westfälischen Metall-Arbeitgeber, Arndt Kirchhoff, erklärte in einem Statement, die Firmen hätten "größtes Interesse daran, ihre Beschäftigten an Bord zu halten". In der derzeitigen Situation biete der Tarifvertrag "unseren Unternehmen und unseren Beschäftigten wertvolle Planungssicherheit". Die Tarifverhandlungen warne in den vergangenen Tagen diskret, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, geführt worden.

© SZ.de/hgn
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