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Tarifstreit:IG Metall und Arbeitgeber einigen sich

  • 900 000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg bekommen künftig mehr Geld.
  • Im Gegenzug dürfen die Arbeitgeber mehr 40-Stunden-Verträge abschließen als bislang.
  • Die Einigung gilt als Pilotabschluss für die deutschlandweit etwa 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie.

Die sechste Verhandlungsrunde brachte den Durchbruch: Im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie haben sich die Tarifparteien am Montagabend in Stuttgart auf einen Abschluss verständigt. Die 900 000 Beschäftigten der Branche in Baden-Württemberg erhalten demnach von April 2018 an 4,3 Prozent mehr Geld und einen Anspruch auf eine verkürzte Vollzeit von bis zu 28 Wochenstunden für maximal zwei Jahre.

Für die Monate Januar bis März bekommen die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 100 Euro, 2019 erhalten sie zudem einen Festbetrag von 400 Euro sowie ein neues tarifliches Zusatzgeld von 27,5 Prozent eines Monatseinkommens. Beide Komponenten wirken dauerhaft, wie die IG Metall mitteilte. Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen oder beruflichen Belastungen wie Schichtarbeit können das neue tarifliche Zusatzgeld alternativ in freie Tage umwandeln und so von zusätzlicher Freizeit profitieren.

Im Gegenzug gibt der neue Tarifvertrag den Arbeitgebern bei der Arbeitszeit Handlungsspielraum nach oben. Betriebe dürfen künftig mit deutlich mehr Beschäftigten als heute 40-Stunden-Verträge abschließen, wie der Arbeitgeberverband Südwestmetall mitteilte. Die Vier vor dem Komma schmerze zwar, sagte Südwestmetall-Chef Stefan Wolf im Anschluss an die Verhandlungen. Allerdings habe man eine Laufzeit von 27 Monaten vereinbart und somit für Planungssicherheit gesorgt. "Ich glaube, das neue Tarifsystem ist vernünftig ausbalanciert", sagte Wolf.

Modell für die übrigen sechs Tarifbezirke

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger betonte, die IG Metall habe in allen wesentlichen Eckpunkte Ergebnisse erzielt. "Wir haben als Tarifpartner in Baden-Württemberg unter Beweis gestellt, dass wir schwierige Themen vernünftig regeln können." Beide Verhandlungspartner betonten, die Lösungen seien sehr vielschichtig. "Das ist die Hypothek: die wahnsinnige Komplexität des Ganzen und die Aufgabe, das nun der Öffentlichkeit, den Betrieben und den Mitarbeitern zu erklären", sagte Wolf.

Die Einigung in Baden-Württemberg gilt als Pilotabschluss für die deutschlandweit etwa 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie. In der Regel übernehmen die übrigen sechs Tarifbezirke den Abschluss des Pilotbezirks.

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