Ifo-IndexStimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich

„Die Erholung der deutschen Wirtschaft bleibt schwach“, kommentiert Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, das Ergebnis der Umfrage unter etwa 9 000 Firmen.
„Die Erholung der deutschen Wirtschaft bleibt schwach“, kommentiert Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, das Ergebnis der Umfrage unter etwa 9 000 Firmen. (Foto: Kay Nietfeld/dpa)
  • Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im August zum sechsten Mal in Folge gestiegen und erreicht mit 89 Punkten den höchsten Stand seit April 2024.
  • Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verbessert sich überraschend deutlich, wobei Unternehmen die aktuelle Lage als schwierig einschätzen, aber zuversichtlicher in die Zukunft blicken.
  • Ökonomen erwarten für 2025 ein leichtes Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent und für 2026 ein Wachstum von 1,5 Prozent, begünstigt durch staatliche Investitionen und die Einigung im Zollstreit zwischen EU und USA.
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Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer legt kräftiger zu als von Volkswirten erwartet. Ifo-Präsident Clemens Fuest ist dennoch zurückhaltend.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich überraschend deutlich auf und lässt auf ein Ende der Wirtschaftsflaute hoffen. Wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt, stieg das Ifo-Geschäftsklima im August um 0,4 Punkte auf 89 Zähler. Damit legte das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer etwas kräftiger zu als von Volkswirten erwartet. Dazu trägt nach Einschätzung von Ökonomen die Einigung zwischen der EU und den USA im Zollstreit bei, die Firmen mehr Planungssicherheit gebe. „Die aktuelle Lage wird von den Unternehmen als unverändert schwierig eingeschätzt“, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher. „Dennoch steigt die Zuversicht auf einen Aufschwung weiter.“Mit dem Anstieg im August kletterte der Ifo-Index zum sechsten Mal in Folge auf den höchsten Stand seit April 2024. Während dem Ifo-Institut zufolge die aktuelle Lage in den Unternehmen etwas schlechter eingeschätzt wurde, hat sich die Bewertung der künftigen Geschäfte überraschend verbessert.

Ifo-Präsident Clemens Fuest ist dennoch zurückhaltend. „Die Erholung der deutschen Wirtschaft bleibt schwach“, kommentierte er das Ergebnis der Umfrage unter etwa 9 000 Firmen. So bleibe in der Industrie die Stimmung generell eher trüb. In der Baubranche hellten sich die Aussichten dagegen auf. Im ersten Halbjahr sammelte sie mehr Aufträge ein, zugleich profitiert sie von Mehrausgaben für Infrastruktur.Unter Volkswirten mehrt sich die Hoffnung auf ein baldiges Ende der Wirtschaftsflaute – nicht zuletzt wegen der milliardenschweren Ausgaben des Bundes für Infrastruktur, Verteidigung und Klimaschutz. Deutsche-Bank-Ökonom Marc Schattenberg erwartet, dass die Konjunktur in der laufenden Jahreshälfte wegen der kräftigen staatlichen Investitionsanreize wieder anzieht. Auch der Konsum der Verbraucher dürfte wegen niedriger Inflation und robusten Lohnwachstums zulegen.

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