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Ifo-Index:Deutschlands wichtigster Krisenindikator zeigt nach unten

Konjunktur

Die Autoindustrie ist Deutschlands wichtigste Branche.

(Foto: dpa)
  • Der Ifo-Index fällt und fällt: Der Indikator signalisiert, dass Deutschland eine Rezession drohen könnte.
  • Die Manager schätzen die Aussichten so schlecht ein wie 2009, als die Finanzkrise die Weltwirtschaft bedrohte.

Es geht weiter bergab: Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt auf auf 94,3 Punkte. Das ist der fünfte Rückgang in Folge und der niedrigste Wert seit November 2012, als Deutschland unter der Euro-Krise litt. Der Ifo-Index gilt als der wichtigste Indikator für die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Der Index misst die Aussichten für die Konjunktur durch eine monatliche Umfrage unter rund 9000 Managern. "Die Anzeichen für eine Rezession in Deutschland mehren sich", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Die Industrie steckt bereits in einer Rezession", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Der Ifo-Index lässt die Manager außerdem die derzeitige Lage und die Erwartungen an die kommenden Monate schätzen. Besonders auffällig: Die Erwartungen sind zuletzt sehr stark gefallen. Sie liegen nun nur noch bei 91,3 Punkten. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2009. Damals ließ die globale Finanzkrise die Weltwirtschaft taumeln. Die derzeitige Lage wird dagegen noch auf dem Niveau von 2014 bewertet.

Erste Spuren der lahmen Konjunktur zeigen sich bereits. Deutschlands Wirtschaft ist im zweiten Quartal des Jahres geschrumpft: um 0,1 Prozent, hatte das Statistische Bundesamt Mitte August gemeldet. Im ersten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch um 0,4 Prozent gewachsen. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit zum Schlusslicht geworden. Während die Wirtschaft hierzulande schwächelt, wuchs das BIP im Euro-Raum wie auch innerhalb der 28 EU-Länder um 0,2 Prozent - trotz der deutschen Flaute.

Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession". Gemeint ist damit eine sehr milde Form der Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr verglichen mit dem Vorjahr schrumpft. Die Bundesregierung rechnet für 2019 mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent.

Eine technische Rezession hat die Bundesbank zuletzt nicht mehr ausgeschlossen. "Auch im laufenden Vierteljahr könnte die wirtschaftliche Aktivität leicht zurückgehen", schrieb sie in ihrem Monatsbericht (PDF). Ein Ende des Abschwungs in der Industrie ist für die Notenbank noch nicht erkennbar. "Dies könnte außerdem nach und nach einige Dienstleistungsbereiche in Mitleidenschaft ziehen."

© SZ.de/bbr/ds
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