Ifo-Geschäftsklimaindex steigt weiter:Unbeirrt durch die Krise

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Die Stimmung in deutschen Unternehmen ist besser als erwartet: Zum fünften Mal in Folge steigt der Ifo-Index - wenn auch nur leicht. Experten werten den Anstieg des Konjunkturbarometers als Zeichen von Stabilität. Die Wachstumsprognosen für die Wirtschaft hierzulande sind positiv.

Schuldenkrise? Angst vor der Rezession? Davon wollen die Unternehmen in Deutschland weiterhin nichts wissen. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich auch im März weiter verbessert: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg leicht auf 109,8 Punkte von 109,7 Zählern im Vormonat, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte damit bereits den fünften Monat in Folge.

Der Anstieg kommt überraschend, Analysten hatten mit einem unveränderten Wert gerechnet. "Das ist eine erfreuliche Nachricht", urteilte Rainer Sartoris von der HSBC Trinkaus. "Das Bild, dass die deutsche Konjunktur wieder Fuß fasst, bleibt damit intakt."

Allerdings sind die Erwartungen der 7000 befragten Unternehmen etwas gedämpft. Die Aussichten der Manager für die kommenden sechs Monate haben sich von 102,4 auf 102,7 leicht verbessert. Die Einschätzung der aktuellen Lage bleibt unverändert bei 117,4 Punkten. "Der Schwung lässt etwas nach", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Anstieg der Erwartungen sei schwächer geworden, und die Geschäftslage habe sich nicht weiter verbessert.

In der Industrie trübte sich das Geschäftsklima sogar leicht ein. Die Industriefirmen beurteilen die aktuelle Geschäftslage etwas weniger positiv als im Vormonat. Ihre Geschäftsaussichten schätzen sie aber günstiger ein.

Zuletzt hatten überraschend schlechte Daten zur Industrie die Fachwelt aufgeschreckt. Der sogenannte Markit-Einkaufsmanagerindex rutschte im März unerwartet unter die Schwelle von 50 Punkten. Das gilt unter Ökonomen als Indiz dafür, dass das Geschäft in der produzierenden Wirtschaft schrumpft. Somit wächst die Sorge, dass die Erholung in der Schuldenkrise schwerer fällt als gedacht.

"Nach den eher enttäuschenden Einkaufsmanagerindizes der vergangenen Woche hatten viele wohl nicht mit so einem guten Ifo-Index gerechnet", erklärte Antje Praefcke, Analystin bei der Commerzbank.

Im Einzelhandel verbesserte sich die Stimmung hingegen deutlich. Die Einzelhändler berichten von einer deutlich verbesserten Geschäftssituation und sind auch hinsichtlich der Entwicklung in den kommenden sechs Monaten zuversichtlicher.

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