Ifo-Geschäftsklimaindex Krisen drücken auf die Laune in den Chefetagen

Die Stimmung in den Chefetagen verschlechtert sich weiter - im Bild eine Autofabrik in Leipzig

(Foto: dpa)

Zum vierten Mal in Folge verschlechtert sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt auf den schlechtesten Wert seit einem Jahr.

  • Der Wert ist ein wichtiger Hinweis darauf, wie sich die Konjunktur in Deutschland entwickelt: Nun ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im vierten Monat in Folge gefallen.
  • Der Wert sinkt um 1,7 Punkte auf 106,3. Ökonomen hatten mit einem so deutlichen Minus nicht gerechnet.

Geschäftsklimaindex auf tiefstem Stand seit Juli 2013

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im August den vierten Monat in Folge verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 108,0 auf 106,3 Punkte, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2013.

"Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte schätzten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate schlechter ein als zuletzt. Aus diesen beiden Umfragen setzt sich der Ifo-Wert zusammen.

Hinweis auf schwaches Wirtschaftswachstum

Angesichts der Verunsicherung durch die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten war die deutsche Wirtschaft im Frühjahr überraschend um 0,2 Prozent geschrumpft. Mit dem erneuten Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers schwinden die Chancen auf ein starkes Comeback in der zweiten Jahreshälfte.

Bereits nach drei Veränderungen in eine Richtung sprechen Volkswirte von einer möglichen Trendwende in der Stimmungsentwicklung. Ökonomen hatten mit einem weiteren Rückschritt gerechnet, allerdings mit einem etwas weniger deutlichen Minus.

Nach wie vor hält sich der Index aber auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Ifo-Index liegt bereits seit März 2010 über der Marke von 100 Punkten. In der Krise 2008/2009 war lag der Wert zeitweise unter 90. Der Index wird monatlich durch die Befragung von etwa 7000 Unternehmen ermittelt.