KonjunkturIfo-Geschäftsklima fällt auf niedrigsten Stand seit Mai 2020

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Ähnlich trüb wie die Stimmung in den Chefetagen: Hinter einer regennassen Scheibe sind Baukräne auf dem Gelände eines Kranservice unter dichten Wolken zu sehen.
Ähnlich trüb wie die Stimmung in den Chefetagen: Hinter einer regennassen Scheibe sind Baukräne auf dem Gelände eines Kranservice unter dichten Wolken zu sehen. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa)

Die deutschen Unternehmen blicken pessimistisch auf die Zukunft. Die Stimmung hat sich im Dezember deutlicher verschlechtert als von Experten erwartet.

Die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen hat sich auch zum Jahresende eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex als wichtigstes Barometer für die Konjunktur in Deutschland fiel im Dezember überraschend stark auf 84,7 Zähler von 85,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte. Dies ist der sechste Rückgang in sieben Monaten und der niedrigste Wert seit Mai 2020. Von Reuters befragte Ökonomen hatten für Dezember nur mit einem leichten Rückgang gerechnet.

Die Unternehmen beurteilten ihre Geschäftslage zwar weniger skeptisch als zuletzt, ihre Aussichten für die kommenden Monate allerdings spürbar pessimistischer. „Die Schwäche der deutschen Wirtschaft ist chronisch geworden“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer-Quartal nur minimal um 0,1 Prozent gewachsen und dümpelt damit immer noch am Rande einer Rezession. Auch für das Jahresende zeichnet sich kein Aufschwung ab.

Wenn Donald Trump US-Präsident wird, könnte sich die Lage noch verschlechtern

„Es gibt in der Industrie keinen Lichtblick“, sagte Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Ihre Krise hat sich verschärft.“ Egal ob Autobauer, Elektrotechnik oder Metallbranche – die Misere ziehe sich mittlerweile durch alle Bereiche. „Die exportabhängige Industrie profitiert derzeit nicht vom Aufschwung anderer Länder wie den USA oder einiger Euro-Staaten“, sagte Wohlrabe. Das lasse auf eine strukturelle Krise schließen. „Die Schwäche in der Industrie strahlt auch auf die Branchen ab, die an ihr hängen“, sagte Wohlrabe. Als Beispiele nannte er den Großhandel sowie die Transport- und Logistikbranche.

Mit dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl dürfte der Gegenwind für die Wirtschaft nochmal zunehmen. Trump hat im Wahlkampf angekündigt, Strafzölle auf Importe aus Europa zu erheben und dürfte die USA weiter abschotten. Exporteuropameister Deutschland könnte darunter besonders leiden. Wirtschaftsforscher haben ihre Wachstumsprognosen für 2025 deutlich gesenkt. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) traut der deutschen Wirtschaft 2025 nur eine Stagnation zu, das Berliner DIW allenfalls ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent.

© SZ/Reuters/dpa/stla - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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