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IBM steigert Gewinn:Lichtblick in der Krise

Der Branchentrend geht am weltgrößten IT-Dienstleister vorbei: IBM steigert den Gewinn deutlich - obwohl gleichzeitig der Umsatz sinkt.

IT-Marktführer IBM blickt trotz der Krise zuversichtlich in die Zukunft und erwartet für dieses Jahr deutlich steigende Gewinne. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag mitteilte, kam IBM für das gesamte Jahr 2008 auf einen Gewinn von 12,3 Milliarden Dollar oder 8,93 Dollar pro Aktie. Das ist ein Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

IT-Branche IBM trotzt Krise und legt noch an Gewinn zu AP

Die Konzernzentrale von IBM in Armonk im US-Staat New York - am Dienstag hatte das Unternehmen die positiven Bilanzzahlen bekannt gegeben.

(Foto: Foto: AP)

Für das vierte Quartal konnte der zweitgrößte Software-Hersteller nach Microsoft einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar oder 3,28 Dollar pro Aktie verbuchen. Das entspricht einer Steigerung von zwölf Prozent zum Vergleichszeitraum 2007, als ein Plus von 3,95 Milliarden Dollar oder 2,80 Dollar pro Aktie verzeichnet wurde.

Der Umsatz fiel hingegen um gut sechs Prozent auf 27 Milliarden Dollar, was unter den Erwartungen von Analysten lag, die mit gut 28 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Ausgleichen konnte IBM diesen Rückgang mit drastischen Kosteneinsparungen und niedrigeren Steuerzahlungen.

Serviceverträge laufen sehr gut

Praktisch in allen Bereichen ging der Umsatz zurück. Im größten Geschäftssegment Dienstleistungen fiel er um vier Prozent, bei der Hardware um 18 Prozent. Im Gegenzug konnte das Unternehmen allerdings neue Serviceverträge über 17,2 Milliarden Dollar verbuchen.

Konzernchef Samuel Palmisano erklärte, IBM liege bei der bis 2010 geplanten Gewinnsteigerung vor den selbstgesteckten Zielen. Bis dahin soll der Gewinn auf zehn bis elf Dollar pro Aktie gesteigert werden. 2009 werde der Profit je Aktie bei mindestens 9,20 Dollar liegen, erklärte ein Sprecher. Die von Thomson Reuters befragten Analysten hatten hingegen nur mit 8,75 Dollar pro Aktie gerechnet. Seit 2000 hat IBM seine Profitabilität gesteigert, indem sich der Konzern von der Produktion von PCs und Druckern trennte und gleichzeitig rund 20 Milliarden Dollar in den Bereichen Software und IT-Dienstleistungen investierte.

Gegen den Trend

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen aus der IT-Branche, in der zuletzt Gewinnwarnungen und Entlassungen an der Tagesordnung waren, lieferte IBM damit einen Lichtblick und die Anleger belohnten diese zuversichtlichen Aussichten. Die Bilanzzahlen wurden erst nach Börsenschluss vorgelegt. Dort schloss die Aktie noch mit einem Minus von 2,94 Dollar oder 3,5 Prozent bei 81,98 Dollar. Im nachbörslichen Handel stieg der Kurs dann aber auf 85,30 Dollar.

© sueddeutsche.de/Reuters/AP/iko/tob
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