„Wir beginnen das zu begehren, was wir jeden Tag sehen.“ Den Satz sagt Film-Psychopath Hannibal Lecter im „Schweigen der Lämmer“ – aber er könnte genauso gut aus einem Marketing-Handbuch stammen. Denn um nichts anderes geht es beim Verkaufen: Ein Haben-Wollen zu erzeugen, das im Bauch entsteht, erst dann Richtung Kopf wandert und dort nötigenfalls die Vernunft ausschaltet. Nur wenige war darin über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich wie die deutschen Autohersteller: Marken wie Mercedes und Porsche, BMW und Audi versprachen „Vorsprung durch Technik“, „Freude am Fahren“ oder gleich „Das Beste oder nichts“. Und die Kunden in aller Welt? Glaubten es und griffen zu.
AutoindustrieDas Schweigen der Verbrenner
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Wenn in gut zwei Wochen die IAA startet, ist alles anders: Auf Europas größter Automesse geht es weniger um Sechs-, Acht- oder Zwölfzylinder, dafür mehr um Ladezeiten, Reichweiten und Preise. Vor allem den neuen Marken aus China dürfte das Schub geben.
Von Stephan Radomsky