PitstopÖlwechsel vom Versicherer

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Pitstop-Filiale in München: Künftig gehört die Auto-Servicekette dem Versicherer HUK-Coburg.
Pitstop-Filiale in München: Künftig gehört die Auto-Servicekette dem Versicherer HUK-Coburg. Johannes Simon

Bei Pitstop können Autofahrer alle Service-Dienstleistungen vom Reifenwechsel bis zur Tüv-Abnahme machen lassen. Künftig gehört die Kette dem größten Autoversicherer HUK-Coburg. Er hofft auf eine bessere Kundenbindung.

Von Nina Nöthling, Köln

Deutschland größter Autoversicherer HUK-Coburg wird Mehrheitseigner der Autoservicekette Pitstop. Der Versicherer plant, seinen Anteil zum 2. Januar 2025 auf 84,9 Prozent zu erhöhen. Im Juli 2022 hatte die HUK 25,1 Prozent an Pitstop übernommen und damit auf einen Schlag ihr Autoservice-Netzwerk um 300 Werkstätten erweitert.

Die HUK unterscheidet klar zwischen Pitstop und Reparaturwerkstätten. „Pitstop ist im Ökosystem für Dienstleistungen wie Check-ups und Reifenwechsel zuständig, nicht für Reparaturen nach einem Unfall,“ sagte eine Sprecherin.

Für die Reparaturen hat die HUK-Coburg ein Netzwerk aus rund 1600 Partnerwerkstätten. Sie gehören dem Versicherer nicht, sondern sind über Kooperationsverträge angebunden. Im Gegenzug für eine bestimmte Auslastung gibt es festgelegte Stundensätze, die etwas niedriger sind als sonst üblich. Kunden, die eine preisgünstigere Autoversicherung mit Werkstattbindung haben, werden nach einem Kasko-Schaden am eigenen Auto in eine der Vertragswerkstätten geschickt.

HUK-Kundinnen und Kunden können die Vertragswerkstätten auch für Servicearbeiten nutzen, die nichts mit einem Versicherungsschaden zu tun haben.

Bei Pitstop ist der Versicherer vor rund zwei Jahren eingestiegen, um im Alltag der Kunden präsenter zu sein und mehr Kontaktpunkte zu potenziellen Neukunden zu haben. Die Pitstop-Werkstätten behielten zwar ihren Namen, aber die Marke HUK ist seither dort deutlich sichtbar. HUK-Kunden und Nicht-Kunden zahlen bei Pitstop prinzipiell dasselbe. Für HUK-Kundinnen und Kunden gibt es jedoch immer wieder besondere Angebote.

Die neuen Anteile übernimmt HUK-Coburg vom bisherigen Mehrheitseigner und Geschäftsführer Stefan Kulas. Er bleibt in der Geschäftsführung. Den Kaufpreis nennen die beiden Seiten nicht. 15,1 Prozent an Pitstop verbleiben beim Minderheitseigner Bridgestone Europe.

Hat das Bundeskartellamt keine Einwände gegen die Übernahme, würde die HUK damit nicht mehr nur wie bislang Partnerwerkstätten haben, sondern eine eigene Servicekette besitzen. Die Gesellschaft baut seit einigen Jahren ein Ökosystem rund um das Thema Auto auf und konzentriert sich auf Gebrauchtwagen und Autofahrer, die nicht in die Vertragswerkstätten der Hersteller gehen. Die jetzt geplante Übernahme sei der nächste konsequente Schritt in dieser Ausrichtung, sagte Konzernchef Klaus-Jürgen Heitmann in einer Stellungnahme.

Die Konkurrenz unter den Kfz-Versicherern ist enorm. 2023 haben viele – auch die HUK-Coburg – in dieser Sparte Verluste gemacht, die Preise für die Stundensätze der Werkstätten und für Ersatzteile sind in die Höhe geschossen. In der Folge haben die Versicherer die Beiträge kräftig erhöht. Zur Kundenbindung wird es für sie immer wichtiger, neben der reinen Risikoabsicherung weitere Dienstleistungen anzubieten. Dem dient die Pitstop-Übernahme.

Zum Mobilitäts-Ökosystem der HUK gehört auch die HUK-Autowelt in Düsseldorf, über die der Kfz-Versicherer Gebrauchtwagen und Auto-Abos anbietet. Allerdings lief es dort im vergangenen Jahr nicht gut. Das Ziel von 10 000 abgegebenen Autos und 5000 Abos wurde nicht erreicht.

 

 

 

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