In der Rangliste der weltgrößten Smartphonhersteller ist der umstrittene Technologiekonzern Huawei am Rivalen Samsung vorbeigezogen. Dank starker Geschäfte im chinesischen Heimatmarkt verkaufte Huawei im zweiten Quartal mehr Mobiltelefone als sein südkoreanischer Konkurrent, wie aus einer Analyse des Marktforschungsunternehmens Canalys hervorgeht. Während Huawei von April bis Juni weltweit 55,8 Millionen Handys auslieferte, kam Samsung lediglich auf 53,7 Millionen. Huawei verkauft mittlerweile fast zwei Drittel seiner Smartphones in China, wo der Absatz um acht Prozent zulegte. Damit federte der Konzern Rückschläge infolge von Restriktionen in anderen Ländern ab. Weltweit schrumpfte der Absatz nur um fünf Prozent, obwohl die Verkaufszahlen im Ausland um 27 Prozent einbrachen. "Unser Geschäft hat sich in diesen schwierigen Zeiten als außergewöhnlich widerstandsfähig gezeigt", sagte ein Unternehmenssprecher.
Die USA und andere Länder werfen Huawei eine zu große Nähe zur Regierung in China und Spionage vor. Huawei weist dies zurück. Bei Samsung hingegen brach der weltweite Smartphone-Absatz um 30 Prozent ein. Ursache war eine rückläufige Nachfrage infolge der Coronavirus-Pandemie in Kernmärkten des Konzerns wie den USA, Europa und Brasilien. Wenn sich diese Märkte erholen, könnte den Samsung den Spitzenplatz wieder zurückerobern, räumte ein Insider aus dem Huawei-Konzern ein.