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Hollywood:Mehr als nur ein Film

"Dieses Wochenende legt den Grundstein, langfristig noch viel mehr Einnahmen generieren", sagt Iger: "Ich habe schon immer gesagt, dass 'Star Wars' viel mehr ist als nur ein Film." Es heißt, dass Disney innerhalb der kommenden zwölf Monate mehr als fünf Milliarden Dollar über Star-Wars-Merchandise-Artikel einnehmen könnte. "Es ist die wertvollste Mythologie unserer Zeit", sagt Iger, der für den Zukauf von Lucasfilm harsch kritisiert worden ist und sich nun mit Dollarzeichen in den Augen die Hände reiben darf: "Es war für uns immer mehr als nur das Geschäft mit einem Film - es ging stets um viel mehr: Bücher, Spiele, Attraktionen in Freizeitparks. Wir wussten, dass wir für diese Erlöse gute Filme brauchen würden."

Das ist Abrams gelungen. Es gibt noch eine Zahl vom vergangenen Wochenende, die Meta-Kritik-Seite Rotten Tomatoes hat sie veröffentlicht und dürfte für ein Lächeln bei Abrams und Iger sorgen. Laut der Analyse fielen 95 Prozent aller Kritiken zu "The Force Awakens" positiv aus. Das ist ein außerordentlicher Wert und Hinweis darauf, dass sich nicht nur der Marketing-Marathon lohnt, sondern dass der Film auch künstlerisch erfolgreich ist. Und dass die Menschen auch die Fortsetzungen sehen und weiterhin Spielzeug kaufen werden.

Dennoch muss Abrams seine Vermarktungs-Tournee fortsetzen. Die wird ihn im neuen Jahr nach China führen - was das Einspielergebnis an diesem Wochenende übrigens noch faszinierender werden lässt. Weil alle 34 Plätze für ausländische Filme in diesem Jahr schon vergeben waren, wird "The Force Awakens" auf dem zweitgrößten Filmmarkt der Welt erst am 9. Januar gezeigt und soll dort mehr als 500 Millionen Dollar erwirtschaften. Abrams muss sich also mit dem Herumsitzen und Händereiben noch ein bisschen gedulden. Oder wie Disney-Vertriebsschef Hollis sagt: "Kollabieren können wir dann im Februar."

© SZ.de/hgn
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