Vier Stunden gab es am 11. März 1999 im Süden Brasiliens keinen Strom. Ein Blitzeinschlag im Bundesstaat São Paulo war zu viel für das marode Stromsystem des Landes. Das Kraftwerk am Itaipu-Damm (Bild), das seinerseits auf kleinere Kraftwerke angewiesen ist, konnte nicht mehr versorgt werden, das Netz brach zusammen.

Mindestens 60 Millionen Menschen in zehn Bundesstaaten waren betroffen. Auch in den beiden wichtigsten Städten Rio de Janeiro und São Paulo fiel der Strom aus. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete von dramatischen Szenen: "Züge und U-Bahnen blieben stehen, Zehntausende Menschen harrten in den Waggons aus. Hunderte von Fahrstühlen blieben stecken. Auf den dunklen Straßen bildeten sich lange Staus, festsitzende Autofahrer wurden in Rio von Jugendbanden ausgeraubt." Für Linke war der Ausfall typisches Symptom der Privatisierung öffentlicher Güter in Südamerika: Die Unternehmen hätten sich nicht um die Netze gekümmert.

Bild: AFP 15. November 2012, 15:072012-11-15 15:07:34 © Süddeutsche.de/ratz/jab