Henkel:Gewinn bricht in Corona-Krise ein

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Von Benedikt Müller-Arnold, Düsseldorf

Friseursalons geschlossen, Stillstand in der Autoindustrie: Der Henkel-Konzern hat in der ersten Hälfte dieses Jahres unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten. Das Unternehmen um Marken wie Persil oder Schwarzkopf meldet sechs Prozent niedrigere Umsätze als im Vorjahreszeitraum; der Gewinn ging um 29 Prozent zurück. "Wir befinden uns weltweit in einer sehr herausfordernden Situation", sagt Vorstandschef Carsten Knobel.

Zwar hat Henkel in den vergangenen Monaten mehr Reinigungsmittel verkauft. Dies konnte die Krise in anderen Märkten aber bei Weitem nicht kompensieren: Da viele Autohersteller ihre Produktion vorübergehend einstellten, hat der Düsseldorfer Konzern deutlich weniger Geld mit Klebstoffen verdient. Der Gewinn im Kosmetikgeschäft brach ebenfalls ein - vor allem, so Knobel, "da viele Friseursalons in der Krise geschlossen bleiben mussten."

"Der Kampf gegen das Coronavirus ist noch lange nicht vorbei", konstatiert der 50-Jährige, der Anfang des Jahres an die Vorstandsspitze gerückt ist. Zwar hätten die Krisen-Belastungen im April und Mai wohl ihren Höhepunkt erreicht. "Im Juni, aber auch im Juli zeichneten sich erste Erholungstendenzen ab", sagt Knobel. Dennoch bleibe die Lage derart unsicher, dass Henkel noch keine belastbare Prognose für dieses Jahr geben könne. An der Börse hat das Dax-Unternehmen am Donnerstag zeitweise drei Prozent an Wert verloren.

Trotz der Krise hält Knobel daran fest, dass er den Konzern mit seinen vielen Marken zumindest etwas umbauen will: Henkel hat im März Marken mit einem Jahresumsatz von gut einer Milliarde Euro zur Disposition gestellt. Etwa die Hälfte davon wollen die Düsseldorfer bis Ende nächsten Jahres entweder verkaufen oder einstellen. Knobel hat diesen Zeitplan nun abermals bestätigt.

Im Gegenzug kommen andere Geschäfte neu hinzu: So hat Henkel kürzlich sowohl ein Portfolio an nordamerikanischen Dichtstoffen übernommen als auch eine Mehrheitsbeteiligung an den Kosmetikmarken "Hello Body", "Banana Beauty" und "Mermaid+Me". Der Konzern hat die beiden Hoffnungsträger zusammengerechnet für etwa eine halbe Milliarde Euro gekauft.

© SZ vom 07.08.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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