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Hauptversammlung der Deutschen Bank:"Danke für Ihre Geduld mit meinem Deutsch"

Gekuschelt wird in Frankfurt von Anfang an: Bevor Jain spricht, eröffnet Achleitner die Versammlung. Er redet viel von Compliance, von ethischen Regeln, an die sich der Konzern halten wolle. Zusätzlich zu den Risikokontrolleuren sei am Tag zuvor ein "Ausschuss für Unternehmensintegrität" beschlossen worden, sagt Achleitner. Der solle sich um "Rechts- und Reputationsrisiken" kümmern, um Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung. Da gibt es ja ein paar Defizite in der Deutschen Bank.

Achleitner verweist darauf, dass der Vorstand weniger verdiene als in der Ära des Vorgängers Josef Ackermann - obwohl mehr Menschen im Vorstand sitzen. Achleitner bittet die Aktionäre, den Vorschlag anzunehmen, für Aufsichtsräte - also auch ihn selbst - eine "reine Fixvergütung" einzuführen. Derzeit verdienen Aufsichtsräte zusätzlich zum Grundgehalt von 60.000 Euro pro Jahr zwei Beträge, die vom Unternehmenserfolg abhängen. Hohe Boni, die Gier und Risikobereitschaft fördern könnten, sollen zumindest die Aufseher nicht mehr verführen.

Fast könnte der Zuhörer glauben, dass es bei der Deutschen Bank nicht mehr ums Geld gehe. Oder eben doch, nur will die Bank dabei auch beliebt sein: "Nachhaltiger geschäftlicher Erfolg erfordert breite gesellschaftliche Akzeptanz", sagt Achleitner.

Jain beendet seine kurze Rede mit demonstrativer Demut: "Danke für Ihre Geduld mit meinem Deutsch." Viel mehr als auf seine Sprachkenntnisse kommt es auf die Geduld an, die Öffentlichkeit und Aktionäre mit den Geschäftspraktiken der Bank haben.